Im Einklang
«Sieht doch immer gleich aus», lautet eine häufig gehörte Meinung zu Indiens Tanzstilen, von Kathakali mal abgesehen. Dagegen gibt es jetzt ein Rezept. Wir wissen nicht was der Augenarzt empfiehlt, aber wir empfehlen eine Eintrittskarte für «Samanvaya». Da beweisen Alarmel Valli und Madhavi Mudgal, dass Odissi und Bharata Natyam so trennend miteinander verbunden sind wie Yin und Yang. Seit fünfzehn Jahren suchen die Meisterinnen ihrer Fächer – Valli in Bharata Natyam und Mudgal in Odissi – nach Wegen, die Kluft zwischen den Kunstgemeinden zu überwinden.
Noch nie standen Vertreter beider Stile gleichzeitig auf einer Bühne. Jetzt lässt sich mit ihrer gemeinsamen Kreation ahnen, wie kompliziert das ist, aber auch wie fruchtbar.
Das Licht geht an. Wir sehen links elf Musiker, harmonisch inszeniert wie eine Landschaft oder wie ein Mosaik aus Blüten und Gewürzen. Das Bild ist nicht arrangiert, es entsteht aus sich selbst. Hier sitzen zwei Orchester zusammen, eines für jeden Tanzstil. Die Kompositionen sind Auftragsarbeiten. Aus Rücksicht auf Puristen? Über tausend Kilometer trennen Kalkutta von Madras, mehr als Bilbao von Amsterdam. Jede Formation bleibt auf ihrem Terrain, mit ...
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