ist der tanz flüchtig?
Eine Gewissheit verbindet die inhaltlich oft gar nicht übereinstimmenden Tanzwissenschaftler, Tanzkritiker, Kuratoren, Politiker, bisweilen auch die Choreografen: Der Tanz ist die flüchtigste aller Künste. Diese Behauptung liest und hört man mit schöner Regelmäßigkeit; sie wird wie ein Mantra wiederholt, wenn in Rezensionen, Essays oder Sonntagsreden der Tanz mit einem eingängigen Charakteristikum belegt werden soll.
Warum eigentlich soll ausgerechnet der Tanz die flüchtigste der Künste sein?
Die Rede von der Ephemerität ist wohlfeil, haben wir es doch im Theater immer mit Vergänglichkeit zu tun. Wenn wir uns von den Sitzen erheben und den Zuschauerraum verlassen, ist die Aufführung beendet. Die Musik ist verklungen, der Gesang vorbei, die gesprochenen Worte sind verhallt. Wir können uns erinnern, es fragt sich nur, an was. Einzelne Details der Vorstellung haben sich womöglich so stark in unser Gedächtnis eingeprägt, dass wir sie – mit mehr oder weniger Geschick – tanzen, singen oder darstellen können. Je nach Aus- und Vorbildung. Manches vergessen wir schnell. Bisweilen können wir uns mit anderen Zuschauern über das streiten, was wir wahrgenommen haben. Denn die Erinnerung ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: ideen, Seite 62
von Klaus Kieser
Zumindest über ein Wortspiel kann man ungeniert lachen. Das geht so: «For four you need two two.» Das Zahlwort lässt sich auch aussprechen wie im Englischen das «Tutu». Und keiner braucht ein Tutu weniger als William Forsythe. Haha. Zu lachen gab’s noch jede Menge in dieser 70 Minuten kurzen Neuschöpfung mit dem kryptischen Titel «Sider». Aber das war eher...
In Koblenz beginnt eine neue Ballettära. Fast 30 Jahre lang leitete der Engländer Anthony Taylor die Kompanie. Ausgeschieden aus Altersgründen, geht ein Neuer an den Start: Steffen Fuchs. Der 37-Jährige kam durchs DDR-Fernsehballett zum Tanz, war lang bei Uwe Scholz in Leipzig. Seine Choreografenausbildung absolvierte er an der Palucca-Schule.
Nun ein Neuanfang,...
Erich Walter, Roberth North, Tom Schilling, Pavel Šmok taten es. Roland Petit tat es. Sie und viele weitere Choreografen konfrontierten einen Menschen, wie es Tradition auch in der bildenden Kunst ist, ein Mädchen, mit dem Tod. Der kommt nicht als ein Lebensentreißer, sondern als einer, der sanft in tröstliche Gefilde überführt.
Auch Ralf Dörnen und das Ballett...
