feuer bewahren
Großaufnahme: Zwei stramme Männerwaden in einer nebelverhangenen Berglandschaft. Dazu der Sound: ein starkes, gleichmäßiges Schnaufen. Stapft hier ein Riese durch sein Fantasy-Reich? So poetisch-schrullig beginnt «Feuer bewahren – nicht Asche anbeten», Annette von Wangenheims Biopic über Martin Schläpfer, den derzeitigen Topstar unter Deutschlands Ballettchoreografen.
Der Künstler kraxelt in unwegsame Höhen. Der Künstler strengt sich mächtig an.
Und: Der Künstler bewegt sich nicht in seinem abgehobenen Kunstkosmos, sondern durch die schön-schroffe Natur der Schweizer Berge, wo er auf rund 1000 Metern Höhe eine Steinhütte hat. Sein einsames Refugium, Rückzugsort von der Kollektivkunst Tanz. Manchmal treffe er auf seiner Alm eine Woche lang keinen Menschen, sagt Schläpfer, der in Off-Kommentaren ausführlich Einblick in sein Denken und Fühlen gibt – ballett-philosophische Tiefenbohrungen. Ganz monogam kreist alles um ihn in diesem Filmporträt. Es gibt keinen Erzähler, nur gelegentlich kommen Kollegen zu Wort: Hier ein witziges Aperçu seines väterlichen Choreografen-Freundes Hans van Manen, da ein «verbaler Musenkuss» seiner Tänzerin Marlúcia do Amaral, die als Einzige der Kompanie ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Nicole Strecker
«Der gemeinsame Nenner unserer Ausbildungen ist der Zeitgenössische Tanz – egal, ob wir für die Bühne oder die Vermittlung im tanzpädagogischen Bereich ausbilden», sagt Nikolaus Selimov, Leiter der Tanzabteilung an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK Wien), zur künstlerischen Ausrichtung seines Fachbereichs. «Das Wichtige ist die...
Annette von Wangenheim, «Feuer bewahren – nicht Asche anbeten», Ihr Filmporträt von Martin Schläpfer, besticht durch einen Fluss ästhetischer, ruhiger Bilder. War das Herstellen auch so ein entspannter Hochgenuss?
Es war ein komplexes Projekt über vier Jahre. So einen Marathon durchzuhalten, bedeutet immer extreme Anstrengungen. Aber die Zusammenarbeit mit...
Julyen Hamilton, Sie sind Tänzer, Choreograf und Dichter und haben sich die spontanste Form unter den Künsten zum Beruf gemacht. Mit Ihrer Improvisations-Methode reisen Sie seit 40 Jahren um die Welt.
Tatsächlich ist es so, dass ich gar keine Methode entwickelt habe. Ich habe lediglich meine Interessen praktiziert und verfeinert, als Performer und...
