stiftungen

Bürger, Banken, Steuerzahler – sie alle betreiben Stiftungen und beeinflussen so die Kulturpolitik. Rund fünfzig Stiftungen helfen Tanzkünstlern, sich von den klassischen Förderinstitutionen unabhängiger zu machen

Tanz - Logo

2002 hob Julian Nida-Rümelin als erster Kulturstaatsminister der Republik die mit einem Etat von jährlich 40 Millionen Euro ausgestattete Kulturstiftung des Bundes aus der Taufe. Es war höchste Zeit. Die Zuwendungen aus Kommunen und Land für die kulturelle Versorgung reichen vorne und hinten nicht. Und immer seltener geht es, nach Tarifer-höhungen, Theaterschließungen, Sparten-und Stellenabbau, um den eigentlichen Sinn des Theaters: die Kunst.

Von der Wissenschaftsförderung übernahm die Politik deshalb den Begriff der Exzellenz (auch «Leuchtturm» genannt), um die Theater, wie zuvor die Universitäten, zum Wettbewerb zu tragen. Universitäten werben sogenannte Drittmittel ein, häufig aus der Industrie. Um deren Einfluss auf die Freiheit der Forschung zu minimieren, sorgen (oft industrienahe) Stiftungen dafür, dass Generationen von Studenten mehr als nur Mensa und Hörsaal erleben – das aus Steuermitteln finanzierte Gehäuse. Der Betrieb als solcher firmiert als das Erstmittel, dazu gehören im Theater auch Einnahmen etwa aus Eintrittskarten. Zweitmittel sind Zuflüsse aus öffentlicher Hand für den Bestand des Theaters. Drittmittel endlich füllen die Hülle mit Leben. Sie reichen vom ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2016
Rubrik: Praxis, Seite 64
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
tarzan

Am Broadway hielt der Affenmensch nur etwas mehr als ein Jahr gegen die harte Konkurrenz durch, in Deutschland dagegen schwingt sich «Tarzan» bereits seit acht Jahren von Standort zu Standort. Als Disney-Lizenz-Produktion brachte Stage Entertainment das klassische Familienmusical 2008 nach Hamburg. Die Flugschau mit Phil-Collins-Songs hat von ihrer...

Dortmund: «Livebox: Persona»

Hier sind Tänzer, die sich gebärden. Einer knickt kunstvoll in den Knien ein, tut so, als ob er falle. Er fällt, aber es ist kein Fallen, nur eine gestische Andeutung davon. Der Tänzer Sudeep Kumar Puthiyaparambath zeigt, wie er fallen würde. Er tanzt die Möglichkeitsform, als wäre er ein Model, das zu fallen habe. Die Pose bleibt jederzeit sichtbar, auch bei...

St. Gallen On Tour: Reut Shemesh «Leviah»

Zu Beginn ist graubrauner Sand zu sehen, trockenes Strauchwerk. Durch die Ödnis fährt langsam ein Filmblick. Nach Verlorenheit sieht das aus und hässlich. Aber es ist heiliges Land, ist Israel. Vermutlich, denn es steht nicht dran. Das Video ist der Prolog zu «Leviah», dem neuen Tanzstück von Reut Shemesh, für das die gebürtige Israelin Erinnerungen an ihre...