Martin Schläpfer
Natürlich ist es das gute Recht jeder Generation, das Rad neu zu erfinden. Selbst das ungläubige, begeisterte Staunen junger Kritiker, dass das neu erfundene Gerät sich tatsächlich dreht, muss man wohl hinnehmen; schließlich haben sie von Welt und Tanzgeschichte noch nicht allzu viel mitbekommen. Leider bringen alle neuen Erfindungen des längst Bekannten die Tanzgeschichte nicht weiter. Selten nur geschieht etwas, das die alten Mauern übersteigt und die Tanzkunst verändert. Die junge Pina Bausch war ein solcher Innovator, in geringerem Umfang wohl auch der Kanadier Edouard Lock.
Jemanden dieses revolutionären Formats sehe ich unter den Jüngeren auf der derzeitigen Tanzszene nicht, schon gar nicht, wenn man das Alterslimit für Jung-Genies auf, sagen wir: dreißig Jahre oder weniger festsetzt. Der Schweizer Martin Schläpfer, der seit fünf Jahren das ballettmainz leitet, ist immerhin schon 45 Jahre alt. Aber da er erst seit einem Jahrzehnt überhaupt choreografiert, darf man ihn vielleicht doch noch als «jungen Choreografen» bezeichnen. Und ein «Hoffnungsträger», wie ihn Hartmut Regitz und Arnd Wesemann Jahr für Jahr ausgucken lassen, ist Schläpfer allemal. Kein anderer Choreograf hat ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
nein, doch, schon wieder:
William Forsythe Von vierzig internationalen Tanzkritikern hat sich knapp die Hälfte für die drei großen Ereignisse ausgesprochen, die in der Saison 2004/05 mit dem Namen William Forsythe verbunden sind:
1. Die Entscheidung, The Forsythe Company in Dresden und Frankfurt/Main zu gründen und sich damit vom festen Ballettensemble eines...
Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation...
Für einen, der erst seit fünf Jahren konsequent choreografiert, kann Marco Goecke auf große Erfolge pochen. In dieser Spielzeit erst «Sweet Sweet Sweet» für Stuttgart, dann «Äffi» für die Stichting Arnhems DansTalent, zuletzt «Beautiful Freak» für Hamburg. In der nächsten Auftragsarbeiten für Scapino Rotterdam, Pacific Northwest, das Norwegische Nationalballett und...
