halleluja
Schräg bohrt sich das Licht durch die dunkle Bühne und gibt den Blick frei auf eine Gruppe von fünf Männern, die rhythmisch ihren Oberkörper vor- und zurückbeugen. Tranceartig tanzen sie ihr Gebet so, wie sie es jeden Tag in der Synagoge tun, voll Hingabe und mit geschlossenen Augen einen heiligen Text murmelnd. Der Unterschied zwischen einem Gebet und seiner Darstellung auf der Bühne ist für sie gleich null.
Eine religiöse jüdische Gruppe – mit allen Insignien wie langen schwarzen Löckchen und obligatem Unterrock ausgestattet – galt bislang auf der Tanzbühne als so undenkbar wie ein katholischer Priester, der in voller Montur am Balletttraining teilnimmt. Bis jetzt. Das Ensemble Ka’et («Jetzt») ist mit seinen frommen Männern angetreten, um Tanzgeschichte zu schreiben. Mit glänzenden Augen reden sie über ihre von Rabbis unterstützte Gründung der Tanzkompanie, aber es widerstrebt ihnen, dem rechten, orthodoxen Flügel zugeordnet zu werden. Nein, sie fühlen sich keiner politischen Richtung nah, auch wenn mindestens einer von ihnen der Meinung ist, dass Tänzer in Tel Aviv alle homosexuell und linksorientiert seien, «weil das so Mode ist».
«Road Number 1» heißt ihr erstes Stück, ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Ora Brafman
...und sein Hamburg Ballett werden im Sommer eine achtköpfige Juniorkompanie anschieben, die sich der Bund binnen vier Jahren 2,8 Millionen Euro kosten lässt. Sage noch einer, im Tanz gebe es keine cleveren Lobbyarbeiter: «Bundesjugendballett» heißt das Gebilde, das acht Tänzer zwischen 18 und 23 Jahren versammelt, die mit eigenem Repertoire auf Tournee gehen, vor...
Weißer Flokati, so weit das Auge reicht. Nach strengen Körperexerzitien dient der Kultteppich der siebziger Jahre als Spielwiese für erotische Räkeleien im Gedenken an die wilden Sechziger. Sehr cool, sehr distanziert sind die acht Tänzer, die Arco Renz in «2069» als Zeitkapselreisende auf das Jahr 1969 ansetzt. Jimi Hendrix pfeift, Psychedelisches von Pink Floyd...
Erst feiern Zürich und 24 weitere Schweizer Städte ein gigantisches Tanzfest am 14. und 15. Mai an jedem nur erdenklichen Ort: eine Inszenierung purer Lebensfreude. Dann geht’s ans Eingemachte: Über Tänzer mit Behinderung wird zwar geredet, aber nur selten sind sie zu sehen. In der Schweiz engagiert sich IntegrART darum für eine Erweiterung des Kunstbegriffs...
