rostock: katja taranu
hat sich nur zwei Spielzeiten lang Chefchoreografin des Volkstheaters nennen dürfen. Damit ist nach dem Willen der SPD nun Schluss. Kein Tanz, kein Musiktheater mehr in der Hansestadt. Da half kein Wolfgang Thierse, der seinen Parteigenossen Mathias Brodkorb, Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern, schalt, das Ansehen der Sozialdemokraten zu ruinieren. Es half nicht der Kraftakt des neuen Intendanten Sewan Latchinian, noch mehr Premieren plus ein Figurentheater und eine Bürgerbühne ins Rennen zu werfen.
Es half nicht, dass Katja Taranu auf dem Rathausmarkt einen aufsehenerregenden Tanzprotest organisierte. Es half auch wenig, dass jeder Zuschauer statt Applaus zur Premiere die rote Karte zeigte.
Schon Taranus Vorgänger Bronislav Roznos hatte 2013 entnervt das Handtuch geworfen, als er ahnte, welche Leistung die Politik im Gegenzug für ihre Landesmittel erwartet: Bist du nicht gehorsam, gibt es nichts, schon gar keinen Theaterneubau. Noch soll ein Bürgerentscheid den Beschluss der Bürgerschaft zu Fall bringen. Denn Intendant Latchinian war es gelungen, binnen eines halben Jahres das Haus zurück in die Herzen zu spielen. Sein Plan: Keine Sparten mehr, dafür ein Ensemble aus ...
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Tanz April 2015
Rubrik: menschen, Seite 26
von Arnd Wesemann
Joseph Bunn hat Leukämie. Er ist Tänzer und will es auch bleiben. Aber das Wichtigste ist jetzt, dass er gesund wird. Er spricht offen darüber, er will anderen damit die Angst nehmen. Schon gar nicht will er sich unterkriegen lassen vom Krebs. Leicht ist das nicht.
Als wir durch die samstäglich-geschäftige Essener Fußgängerzone spazieren, ist Joseph Bunn der Trubel...
Das Theater ist ein Paradies. Die Dessauer hatten es im Sommer 2013 sogar angepflockt. Damit es bloß nicht verschwände. Jetzt stehen 1,5 Millionen Euro weniger pro Jahr im Budget dieses irgendwie auszunutzenden 1100-Plätze-Hauses, in einer Stadt, so winzig wie Meiningen: 80.000 Einwohner, 400.000 Menschen im Einzugsgebiet. Auf der Bühne verblieben: nur noch neun...
Postmodern, abstrakt, avantgardistisch, picasso-mäßig – alles Adjektive, die auf Andrés Marín zutreffen. Nach Ausflügen in andere Tanzwelten, etwa Performances mit dem Pferdechoreografen Bartabas oder dem Hip-Hopper Kader Attou, kehrt der Flamencotänzer zurück zu seinen Wurzeln. Rückkehr bedeutet für ihn Reduktion, Klarheit, Verzicht auf Bühnenbild und Effekte. Mit...
