Von zierlichen Füßen getreten
Wer die Musik nicht ehrt ...
Es gibt auch im Tanz, wie auf allen Autobahnen der Künste, breite Mittelstreifen, auf denen sich – wie es Hans Werner Henze einmal plakativ formulierte – routiniert und wirkungslos eine Konvention angesiedelt hat, in der die Rolle der Musik und die Beziehung zwischen ihr und dem Choreografen oberflächlich ist. Die Schuld an der Misere liegt nach Henzes Meinung nicht an der Musik, schon gar nicht an jener, die nicht für den Tanz geschaffen wurde.
Es liegt an den Übergriffen von Choreografen, die sich nicht auf ausreichend vorhandene Tanzmusik – was immer das auch sein mag – beschränken, vielmehr große Werke der musikalischen Weltliteratur dazu «missbrauchen, von zierlichen Füßchen unserer Ballerinen und Knaben getreten» zu werden.
Mangelhafte ästhetische Erziehung hat Henze als Hauptgrund angeführt, wobei er auf der anderen Seite aber auch so etwas wie einen Übergriff der Musik auf die Physis des Tanzes und dies ausgerechnet bei Strawinskys «Le sacre du printemps» erkannt haben will. Denn Strawinsky habe hier schon alle Bewegungsabläufe mitkomponiert, alles in tönende Formen gegossen. Für einen Choreografen gibt es da nichts mehr zu tun, wenn der ...
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He...
