tanzarchive: gralshüter

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Die betagte Dame servierte dem Besucher Kokosmakronen und dirigierte ihn dann ins Studio, um das Ergebnis seiner Arbeit zu begutachten. Aber was sie zu sehen bekam, ging ihr dermaßen gegen den Strich, dass sie die Ärmel hoch- und die Performance ihres Studiosus so lautstark umkrempelte, wie es einer «alten Ausdruckstanzschachtel» gebührt. Der Gemaßregelte begriff, dass jede Korrektur Waltraud Luleys – «Der kleine Finger, Herr Nachbar, der kleine Finger!» – ihn Dore Hoyer und der «Spannungsintensität ihres Tanzens» näherbrachte.

(Martin Nachbars Erinnerung an Luleys Lektion, abgedruckt im Sammelband «Are 100 Objects Enough to Represent the Dance?»)

«Zur Archivierbarkeit von Tanz» weist geradewegs darauf hin, wo das institutionelle Sammeln von Papier, Postern und Probenvideos an Grenzen stößt. Dort nämlich, wo Vergangenheit sich neu inkorporieren und wiederbeleben soll, um die Kunst von dermaleinst ins Heute zu holen. Fünfzehn Beiträge versammelt die Herausgeberin Janine Schulze, die Tanzarchive als Orte «des Erinnerns, des Körpergedächtnisses, der Bewegung» porträtieren und dabei über den deutschen Horizont hinaus nach Frankreich (Centre National de la Danse), USA (Jerome Robbins ...

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Tanz August 2010
Rubrik: medien, Seite 85
von Dorion Weickmann

Vergriffen
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