Charismatisch wie die Callas

Sie war Primaballerina in Berlin, Ballettdirektorin in München, er ihrer Kunst verfallen. Am 8. März feiert Lynn Seymour ihren 80. Geburtstag. Es gratuliert: der Chefchoreograf des Ballett am Rhein

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Liebe Lynn – es ist für mich eine große Ehre und Freude, für das Magazin «tanz», das in Berlin seinen Sitz hat, ein paar Worte zu Deinem 80. Geburtstag schreiben zu dürfen. So schließen sich Kreise, erschließen sich Verbindungen. Berlin ist und war für Dich wichtig. Einer Deiner Söhne lebt dort. Du warst Kenneth MacMillans Primaballerina an der Deutschen Oper, während seiner Ballettdirektion (1966 – 1969). Hier hat er Dir mit «Concerto» zum 2. Klavierkonzert von Schostakowitsch ein sogenanntes abstraktes Ballett gewidmet.

Und Dir auch den künstlerischen Gegenentwurf schlechthin auf den Leib geschneidert: 1967 mit der Rolle der Anna Anderson, Hauptfigur seiner einaktigen Version von «Anastasia», die er später fürs Royal Ballet in London zum abendfüllenden Stück erweiterte. In Kanada bist Du geboren, in London ausgebildet worden, um in der ganzen Welt herumzukommen – aber immer wieder war Deutschland Dein zeitweiliger Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Für zwei Spielzeiten warst Du Ballettdirektorin in München. Dort entstand die legendäre «Giselle»-Verfilmung, besetzt mit Dir, mit Rudolf Nurejew sowie zwei grandiosen Gästen aus London: Monica Mason gab Myrtha, die Königin der Willis, ...

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Tanz März 2019
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Martin Schläpfer

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