persönlich

Newcomer: Jackson Carroll – Zwei «Fäuste» für Christian Spuck und Giuseppe Spota – Romeo Castellucci unter Beschuss – Das MDR-Fernseh­ballett in der Kotau-Zone.

Tanz - Logo

newcomer: Jackson Carroll

Der Tänzer wirkt, als ruhe er sehr in sich. Und das in diesem Alter! Jackson Carroll strahlt Klarheit aus, ohne Ornament. So ein «Hier bin ich, mehr auch nicht». Man könnte die Klarheit mit Langsamkeit verwechseln. Beim Gespräch im Düsseldorfer Opernhaus trägt der 20-Jährige Jeans und blasses T-Shirt. Ein ruhiger, offener Blick. Präzise Sätze, keine Geschichten. Gern bestäubt er die Auskünfte mit ironischer Duftnote und lacht leise über sich.

Dafür denkt Carroll umso mehr und tanzt als neues Juwel in Martin Schläpfers Ballett am Rhein.

2010 kam er aus seiner Heimatstadt Toronto in sein erstes Engagement. Auf der Bühne wirkt er kleiner und schmaler als andere Schläpfer-Männer, aber vor allem leichter, kurz vor der Flüchtig­keit. Etwas, was man als choreografische Idee in Schläpfers «Neither» und kürzlich im «Deutschen Requiem» zu spüren meinte.

Am Anfang war ein Bild. Ein Ballettplakat faszinierte den zehnjährigen Jackson; er besuchte ein Studio, bald darauf die National Ballet School am Ort. Sieben Jahre bis zur Hochschul- reife samt Tanzstudium inklusive Auftritte in «Dornröschen». Dann kamen die Zweifel, «immer noch das zu tun, was du mit zehn Jahren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2011
Rubrik: menschen, Seite 32
von

Weitere Beiträge
civic mimic

Hier triumphiert der Wow-Faktor: Nach dem inszenierten Warten im «Logic Gate», das wie am Flughafen die Wartenden kanalisiert, doch sie, statt an einen Check-in-Schalter zu führen, zentrumslos, dafür akustisch beschallt, auf sich selbst zurückwirft, und nach ausgiebigem Schlangestehen im Freien strömen wir zügig in die große Halle – und da steht es: das raum-lange...

paris: William Forsythe: «Sider»

Zumindest über ein Wortspiel kann man ungeniert lachen. Das geht so: «For four you need two two.» Das Zahlwort lässt sich auch aussprechen wie im Englischen das «Tutu». Und keiner braucht ein Tutu weniger als William Forsythe. Haha. Zu lachen gab’s noch jede Menge in dieser 70 Minuten kurzen Neuschöpfung mit dem kryptischen Titel «Sider». Aber das war eher...

marc de veer

Im großen Zoo der Tanzformen haben sie ihren eigenen Käfig: die Drag-Queens und -Kings, die den Rollenwechsel der Geschlechter tanzen. Männer als Frauen, Frauen als Männer. Man findet sie meist in der Sek­tion Comedy, aus unerfindlichen Gründen gern bei Firmen-bespaßun­gen oder beim «Edinburgh Fringe Festival», bei dem die Kompanie ­
Drags Aloud aus Australien...