IM «Tänzer»
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die sind nicht zu glauben», schnaubt er, Zornesröte steigt ins Gesicht, kaum dass er sich den Morgen im Lesesaal der sogenannten Birthler-Behörde wieder ins Gedächtnis ruft.
Erst nach einiger Zeit hat er begriffen, wer der «Star» eigentlich ist, von dem in den Berichten immer wieder die Rede ist, und wer der «Wald»: sein inzwischen verstorbener Lebensgefährte aus der Bundesrepublik. Zur Erklärung: «Ich hatte seinerzeit am Müggelsee ein Grundstück. Wenn wir uns mal unter vier Augen unterhalten wollten, sind wir dazu einfach in den Wald, wo man uns wohl beobachten, aber nicht belauschen konnte.» Also heißt es lapidar im Protokoll: «Wald» und «Star» unterhalten sich von ... bis ... Nach drei Stunden hat Schulz von der Lektüre seines vermeintlichen Lebens die Nase voll. Wütend klappt er den Aktendeckel zu, macht sich vor dem ...
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Vor dem Nachbarhotel, dem teuersten am Ort, hat es ein Kollege beobachtet. Ein junger Kolumbianer erzwingt von einer Touristin mit dem Messer die Herausgabe ihrer Handtasche. Zur Mahnung ritzt er ihr noch in die Hand. Kriminalität und Amüsement liegen dicht beieinander. In einer Seitengasse unweit des Hotels trifft sich nachts die schrillbunte Travestieszene.
Ungef...
Er hat etwas von einem Apoll. Im Ballett begleiten ihn vier Frauen, die das Programmheft nicht ganz grundlos als seine Musen bezeichnet. Gleich einem Gott fühlt sich Percy Bysshe Shelley frei genug, seine Liebe so zu leben, dass sie sich in seinen Gedichten zur reinsten Poesie läutert. «Vielleicht hätte er», schrieb Wolfgang Koeppen über einen der bedeutendsten...
Klar, Vladimir Malakhov hat etwas zu sagen, und seine beiden Schüler scheinen davon auch zu profitieren. Drei Szenen hat der Intendant des Staatsballetts Berlin jeweils für seine in Japan produzierten «Master Lessons» ausgewählt, um die beiden Youngsters vom Tokyo Ballet nicht zu überfordern – und da das Coaching auf Englisch geschieht (mit einer ganz und gar nicht...
