trier: susanne linke u. a. «nemmokna»
Wie aus dem Nichts taucht Héloïse Fournier auf, eine Schattenfigur, die sich erst noch aus dem dampfenden Dunkel herausschälen muss. Eine Urmutter, dem Boden verwachsen. Eine Gestalt wie aus dem Bewegungskosmos einer Mary Wigman, dem auch die Choreografin Susanne Linke entstammt. Héloïse Fournier ist es jedenfalls, die stellvertretend aus der Tiefe all die anderen heraufholt, die sich für die nächsten Jahre in Trier unter Linkes Ägide zu einem neuen Tanztheater formieren wollen. Noch ruhen sie in sich selbst, während der Orchestergraben auf Bühnenniveau gehoben wird.
Einmal angekommen, lösen sie sich schwerfällig aus ihrer Erstarrung – nicht zuletzt belebt durch ein paar Wagner-Klänge, die Wolfgang Bley-Borkowski in sein Sounddesign eingebettet hat. Einer nach dem anderen ringt sich hoch und reiht sich ein, bis das Ensemble endlich «steht». Bis es sich zögernd eint in einem phalanxhaften Tanz.
Der Titel, den Susanne Linke dem gemeinsamen Bemühen gegeben hat, lässt sich drehen, vor allem aber wenden. Statt «Nemmokna» hätte sie das «Ankommen» gut und gerne auch «Menschen und Mythen» nennen können. Schließlich bringt jeder der zehn Tänzer und Tänzerinnen, zu denen sich noch zwei Gäste ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Hartmut Regitz
Noch ist der «Mann» mit sich allein. Er dreht und wendet sich. Taucht ein in Shakespeares Sprache, die nur in Splittern erkennbar wird und deshalb etwas Albtraumhaftes hat. Eine fixe Idee. Er kommt von ihr nicht mehr frei, und irgendwann konkretisiert sich seine psychische Projektion auch in einer leibhaftigen Gestalt: die Frau im dunklen Anzug, verkörpert von...
Zürich hat einen neuen «Schwanensee». Und der ist der alte. Alexei Ratmansky hat anhand der Stepanov-Notationen die Fassung von Marius Petipa und Lew Iwanow aus dem Jahr 1895 zu rekonstruieren versucht. Eine immense Arbeit, für die nicht nur das Ballett Zürich und das Junior Ballett Schwäne stellen, sondern auch die Tanzakademie Zürich (tanz 2/16) und die...
Auf den Boden der Tatsachen zurückkehren! Das sagt man, um Luftschlössern den Stöpsel zu ziehen. Im Tanz ist der Boden selber Tatsache, er wird auch für Choreografien immer mal wieder gelüpft, gerollt, geflutet. Dieser hier beißt ins Auge: Muster mit Schnörkeln, ein Kachelimitat aus Kunststoff von der Rolle aus dem Baumarkt. Doch der Tanz beschäftigt die...
