Agnes Oaks
Es gibt ein letztes und ein allerletztes Mal. Da trat Agnes Oaks mit ihrem Ehemann und Tanzpartner Thomas Edur bei einer winterlichen Abschiedsgala im Sadler’s Wells auf. Sie tanzten die berühmten Szenen aus ihrem Repertoire, und ihre jubelnde Anhängerschaft lag ihnen zu Füßen. Im Sommer traten sie wieder auf, nun in «Les Sylphides» als gastierende Erste Solisten beim English National Ballet in der St. Paul’s Cathedral.
Es war ein gigantisches Ereignis, denn dieses Goldene Paar des britischen Tanzes wird nicht nur vom Ballettpublikum geliebt, sondern auch von seinen Kollegen und sogar den Kritikern. Am folgenden Tag waren die beiden Ehrengäste bei einem Festessen (passenderweise im Sterne-Lokal «Elena’s L’Étoile»), das die Londoner Kritiker ausgerichtet hatten. Ein vielsagendes Zeichen für die künstlerische Anerkennung, die man ihnen zollt, denn für ihre Strenge ist die Londoner Kritik weltbekannt. Mittlerweile ist der notorisch gute Ruf – nicht einen Verriss haben Oaks und Edur in ihrem Leben kassiert – der beiden Esten in England fast ein Branchen-Klischee. «Dass wir uns mit ‹Les Sylphides› verabschiedet haben», sagt Agnes, «ist ein Déjà-vu: Es war das erste Ballett, das wir beim ...
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