amanda piña und daniel zimmermann
«Libertad, Libertad schrie meine Mutter.» Und wenn die Polizei des Militärregimes im Chile der 1980er-Jahre anrückte, wurde sie aufgeklärt, dass es sich um den Hund der Familie handelte, der eben Freiheit hieß. Amanda Piñas früheste Tanz-Erinnerung bezieht sich nicht auf einen Besuch in einer Tanzschule. Ganz im Gegenteil: Bei den Demos gegen den Machthaber Augusto Pinochet, an denen die junge Chilenin mit ihrer Familie oft teilnahm, wurde demonstrativ gesprungen.
Heute sieht Amanda Piña – Tänzerin, Choreografin –, die mit dem Schweizer Daniel Zimmermann – Bildhauer, Filmemacher, Dramaturg – 2005 nach Wien zog und nadaproductions gründete, diese Bewegung als einen Hüpftanz.
Von Beginn an waren es politische Themen, die das Künstlerpaar in unterschiedliche Formate transformierte. 2013 kam «WAR» heraus, eine Tanzperformance, in der rituelle Kriegstänze, vor allem der auf den Osterinseln ansässigen Hoko, auf Inhalt und Wirkung untersucht wurden. Derzeit arbeiten die Tanz-Anthropologen, die in einem ehemaligen Gassenlokal im 15. Wiener Gemeindebezirk ihr Atelier betreiben, an der Produktion «Endangered Human Movements». Volume I mit dem Titel «Four Remarks on the History of Dance» war ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 174
von Andrea Amort
Am Ende von «Grind» (2011) ließ uns der niederländische Choreograf Jefta van Dinther mit dem Gefühl zurück, um etwas betrogen worden zu sein. Vielleicht lag es daran, dass sein Licht- und Schattenspiel auf der lichtlosen schwarzen Bühne nur eine Versuchsanordnung sein wollte, um vermutetem Transzendentalen ausgerechnet durch Tanz eine materielle Gestalt zu...
Seit sieben Jahren arbeiten die deutsche Choreografin Isabelle Schad und der französische Künstler Laurent Goldring schon zusammen. Hebbel am Ufer widmete den beiden im Mai 2015 eine Werkschau mit dem Titel «On Visibility and Amplifications». «Wir haben etwas ganz Eigenes miteinander gefunden», schwärmt Isabelle Schad über die Zusammenarbeit mit Laurent Goldring....
Sie sieht aus wie eine adrette junge Frau – Kurzhaar-Frisur, hinreißendes Lächeln, schnieker Rock. Weshalb man sich kaum vorstellen kann, dass Jann Gallois, nunmehr 25 Jahre alt, sich mit 15 Jahren in die betonierten Untergeschosse der Pariser Metro-Station Les Halles flüchtete, um der elterlich vorgezeichneten Laufbahn als klassische Musikerin oder Musterschülerin...
