Marco Goecke
Wie sind Sie überhaupt zum Zeichnen gekommen. War das wichtig für Sie?
Sehr. Schon als Kind. Lange vor dem Tanzen war das Zeichnen mein nächstliegendes Ausdrucksmittel. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Kind, als Jugendlicher nachts angefangen habe zu zeichnen und darüber die Zeit völlig vergessen habe – so, dass ich es am nächsten Morgen gar nicht mehr in die Schule geschafft habe. Auch heute ist es noch so, dass die Konzentration, der Blick auf das Blatt wie ein Sog für mich ist, man lebt für einen Moment ganz darin.
Daraus aufgetaucht, fühle ich mich wahnsinnig leer, als ob ich hypnotisiert gewesen wäre – ein Gefühl, das ich so vom Choreografieren überhaupt nicht kenne, das ist eine kältere Angelegenheit. Wenn ich ein paar Stunden später wieder auf die Bilder schaue, ist da so eine große Verwunderung.
Auch ein Erschrecken?
Als wäre ich an einem anderen Ort gewesen. Ich finde das interessant, nicht zuletzt im Hinblick auf den Akt des Choreografierens. Da existiert so etwas gar nicht. Choreografieren hat für mich viel mehr mit Unterhaltung zu tun.
Mit Theater?
Mit Show. Und ich bin selbst bei einer Probe Teil einer Show, weil ich ja auch die Tänzer dabei immer auf ...
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Tanz März 2014
Rubrik: menschen, Seite 18
von Hartmut Regitz
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