coup fatal
Der Titel klingt dramatisch: «Coup Fatal», also «Todesstoß». So heißt Alain Platels neue Arbeit, die bei den «Wiener Festwochen» im Burgtheater uraufgeführt wurde. Das Bühnenbild – ein breiter Vorhang aus Schnüren, auf die, wie dem Programm zu entnehmen ist, Patronenhülsen gefädelt sind – verstärkt diese Kriegsmetapher. Versammelt sind: eine 13-köpfige Gruppe von Musikern aus Kinshasa und der kongolesische Countertenor Serge Kakudji, der unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Faustin Linyekula («The Dialogue Series: III.
Dinozord») und Platel selbst («pitié!») auch in Europa bekannt wurde. Verantwortlich für «Coup Fatal» zeichnen mit Platel und Kakudji auch Fabrizio Cassol und der Gitarrist Rodriguez Vangama.
Das Ergebnis ihrer Liebesmüh ist ein zweistündiges Konzertvergnügen, in dem auffallenderweise keine einzige Frau auftritt. Die von Serge Kakudji ausgewählten und wunderbar weich gesungenen Barockarien wie die Toccata aus Monteverdis «Orfeo» über Antonio Vivaldis «Barbaro traditor» (aus «Bajazet») bis hin zu Händels «Rinaldo» entnommenem Evergreen «Lascia ch’io pianga» werden instrumental neu bearbeitet. Was von der Aufbereitung her ein wenig an die Zeit erinnert, als in ...
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Tanz August/September 2014
Rubrik: produktionen, Seite 22
von Helmut Ploebst
In Solitudes Solo, Daniel Léveillé displays some supreme artistry in these essential and spare solo dances. The work, which has won him accolades, bears no commercial compromise and it only fleetingly touches on populist sentiment. His dancers display their toned muscularity and physical ability in five variations. None of the movements the choreographer has...
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le corsaire
Monsieur Petipa, wie haben Sie das gemacht? Da heute keiner mehr – wie einst François Truffaut Alfred Hitchcock – diese Frage stellen kann, muss sich der zeitgenössische Cho-reograf entscheiden: Rekonstruiere ich aufwendig, empfinde ich nach oder schaffe ich gleich komplett einen Klassiker neu? Gerade bei Marius Petipas «Le Corsaire», der...
Es sind essenzielle, reduzierte Solotänze, die Daniel Léveillé in «Solitudes Solo» mit zum Teil höchster Kunstfertigkeit präsentiert. Das Stück, das keinerlei kommerzielle Konzessionen macht und populistische Befindlichkeiten allenfalls flüchtig streift, hat ihm bereits einige Lorbeeren eingetragen. Was der Choreograf für «Solitudes Solo» ersonnen hat, ist alles...
