mathieu ganio
Ob «Nussknacker», «Manon» oder «Le Chant de la terre» − die Presse feiert den Tänzer Mathieu Ganio stets so einmütig wie überschwänglich. Mit 31 Jahren ist der Danseur étoile auf dem Gipfel seiner Kunst angelangt. Dorthin bringt er mit: eine elegante Ausstrahlung, tiefblaue Augen, ein betörendes Lächeln, makellose Technik – kurzum die Erscheinung eines Traumprinzen, und das bei einer Größe von 1,82 Metern. Mathieu tanzt, wie er atmet.
Was kein Wunder ist, denn der Tanz wurde ihm gewissermaßen schon in die Wiege gelegt – von der Mutter Dominique Khalfouni, vom Vater Denys Ganio. Beide waren herausragende Tänzer, sie an der Pariser Oper, er bei Roland Petit in Marseille, wohin sie ihm folgte. Gemeinsam wurden sie das Vorzeigepaar der Mittelmeerkompanie. Insofern war Mathieus Karriere gleichsam vorgezeichnet, so folgerichtig wie kometenhaft im Verlauf. Mit 20 Jahren wurde er zum jüngsten Danseur étoile aller Zeiten an der Pariser Oper gekürt – ohne je Premier danseur gewesen zu sein. Am 20. Mai 2004 verlieh ihm der seinerzeitige Direktor der Opéra, Hugues Gall, den Titel in Anwesenheit des Kulturministers. Mathieu Ganio ist damals so überrascht, dass er eine Zeit lang braucht, bis die ...
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Tanz Oktober 2015
Rubrik: menschen, Seite 26
von Agnès Izrine
Die Bühne ist dunkel. Kaum kann man erkennen, dass sich hier ein Frauenkörper in schwarzer Hose und offenem blauem Hemd bewegt. Langsam schreitet die Gestalt auf eine schwarze Wand zu. Und flüstert: «Hier, hier ist es gut ... bleib standfest ... jetzt lass dich fallen, lass dich einfach fallen!» Lautlos sinkt ihr Körper zu Boden, und endlich dreht sich der schwarz...
Wer ans Pariser Quartier Saint-Denis denkt, sieht vor dem geistigen Auge vor allem Einwanderer, Menschengetümmel und soziale Brennpunkte. Man vergisst darüber nur allzu leicht, dass in dem nördlichen Vorort auch die weltberühmte Basilika steht, in der die sterblichen Überreste sämtlicher Könige Frankreichs ihre Ruhe gefunden haben – eine Monarchen-Ruhestätte mit...
Semesterferien. Dass Dieter Heitkamp nur mal so aus Interesse in Sankt Petersburg war, ist kaum zu glauben. Keine Lecture-Performance, keinen Unterricht gegeben? Nein. Das hat er vorher erledigt, beim jährlichen «European Contact Improvisation Teachers Exchange» in Frankreich, erzählt er. Man zwang ihn dort zum Teamteaching. «Hat super funktioniert.» Der Kollege...
