Choreographic Captures
Wer ins Kino geht, hat vielleicht Glück und sieht im Werbeblock einen seltsamen Trailer mit allerkürzesten Tanzfilmen von Willi Dorner, Shumpei Nemoto, Tim Fletcher, huber&christen und Ilona Pászthy. Sie sind die Gewinner des von Joint Adventures ausgeschriebenen Wettbewerbs «Choreographic Captures». Man hört: fast nichts. Man sieht: meist Schwarzweiß.
Man erfährt, was Highspeed-Filmschnitt, Splitscreen, Strobe-Effekte und Überbelichtung mit der Wahrnehmung von Tänzern anrichten können: «Ihr Lächeln ist tot, obwohl ihre Bewegungen voll lebendiger Energie und so schnell sind, dass man sie kaum erfassen kann». Maxim Gorki schrieb das 1896 in einer Rezension – über den Stummfilm. Für ihn wie für den Tanzfilmbetrachter heute scheint es, «als wären diese Menschen gestorben und ihre Schatten dazu verurteilt, bis in alle Ewigkeit» schweigen zu müssen. Frank Kessler hat dieses Zitat gesucht, um zu zeigen, dass das Kino damals seine Form erst noch finden musste, weil es in seiner «primitiven» Phase viel zu theatralisch dem Theater verhaftet war (in dem im transcript Verlag erschienenen Reader «Geste. Bewegungen zwischen Film und Tanz»).
Entsprechendes gilt für den Tanzfilm: Er ist viel zu ...
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Noch im Saal, direkt nach der Vorstellung, erklärt sich ein Kollege «unfähig, auch nur zwei Zeilen zusammenzureimen». Mein lieber Schwan! Der Herr muss den Tod mit aller Macht verdrängen. Wann sonst sieht man in 60 Minuten neun Menschen auf einer Tanzbühne sterben? Das gesamte Personal! Das kann man tragisch finden, pathetisch, schablonenhaft. Es hängt auch davon...
tanzten wir Tänze von früher. Heute auch. Stirbt eine Choreografin wie Pina Bausch, ein Meister wie Merce Cunningham, ist der Erhalt des «immateriellen» Erbes erste Tänzerpflicht und wird zur Daseinsberechtigung von Kompaniemitgliedern und Ballettmeistern. Schulen sollen erhalten, Gastspiele fortgesetzt werden. Das Vergangene, das weitergereicht werden soll, wird...
Deutschland
Aachen
Ludwigforum
«Daedalus//Dreams», Tanztheater des Kölner movingtheatre in Kooperation mit dem spanischen Tanzensemble contrapunctus danceport, inspiriert von Ovids «Metamorphosen». space, 2. März
Berlin
Ballhaus Naunynstraße
«Dance for Sale»: Was kostet ein Tanz, fragt der brasilianische Choreograf Ricardo de Paula in seinem Stück für die Grupo Oito....
