wie frei ist der tanz?
Jean-Christophe Maillot, hier in Monaco bedient sich der Grimaldi-Staat des 100. Jubiläums der Ballets Russes, um sich als Nation darzustellen. Sie aber haben, mal ehrlich, ein Programm erstellt, in dem Sie sich Stück für Stück offenbar von der Tradition befreien wollen.
Ich habe meine Arbeit für das Jubiläum der Ballets Russes über die ganze Saison konzipiert. «Shéhérazade» letztes Jahr im Dezember, im April «Daphnis et Chloé» und später im Juli eine Kreation zu Musik von Marc Monnet. Bei «Shéhérazade» ging es mir vor allem um das Vergnügen.
Allein die Musik ist doch eine Orgie der Gefühle, und so etwas macht heute ja geradezu Angst. Dabei ist Nikolai Rimski-Korsakow gar nicht honigsüß, sondern einfach gehaltvoll wie ein guter Apfelstrudel.
Sie befreien dieses Ballett also von Überflüssigem?
Michail Fokin ging es vor allem darum, Bilder zu kreieren. Die Choreografie blieb daher etwas blass. Doch Ida Rubinstein und Waslaw Nijinsky improvisierten zu einem gewissen Teil, und das war völlig neu. So, wie in der Musik von Rimski-Korsakow improvisiert werden darf: Der Geiger oder der Klarinettist kann sein Solo ad libitum verlängern, und das Orchester folgt. Da kündigt sich schon der ...
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