Basel
Als Bond Girl ist Andrea Tortosa Vidal eine Frau mit gefährlich viel Beinfreiheit und einem Augenaufschlag so verführerisch wie ein trockener Martini. Schade nur, dass ihr Partner Jorge García Pérez als Anzugträger eher das Charisma eines Büroangestellten hat und für einen Rebellen und Outlaw zu brav wirkt. Was sich daran zeigt, dass er immer erst die Krawatte zurechtrückt, bevor er sich aufmacht, die Welt zu retten. Leinwandhelden sehen anders aus.
Als Choreograf bleibt Richard Wherlock seinem Credo treu, die Zuschauer durch rasche Wechsel und spektakuläre Bewegungsdichte zu unterhalten. Von daher erscheint es stimmig, dass er hier gleich zwei legendäre Helden zusammenbringt: James Bond und der titelgebende «Robin Hood» sind Zutaten zu diesem Cocktail, und natürlich wird in dem Ballett im Stil der Swinging Sixties tüchtig mit Armen und Beinen geschüttelt und nicht gerührt. In den temporeichen Tanzszenen entsteht dann aber doch eine Spannung, die in den vom Basler Sinfonieorchester süffig gespielten Songs von John Barry aus diversen James-Bond-Filmen ihr musikalisches Pendant findet. Bis man als Zuschauer herausfindet, wer welche Figur ist, kann es allerdings ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 48
von Martina Wohlthat
Die Frau hat sich einen Löwen über die Schultern geworfen. Sein Schweif baumelt auf der einen Seite ihrer Beine herab, auf der anderen Seite hängt sein Kopf schräg herunter und wippt ganz leicht im Takt ihrer Schritte. Aus den Hüften einer anderen Schönen wachsen Hunderte von zitternden Papierstreifen, wie Schilfgras. Vom Dekolleté einer Dritten fallen...
Am Anfang ist allein ein Porträt Dore Hoyers zu sehen. Und auch zwischen den einzelnen Szenen ihres Zyklus lässt sich die legendäre Ausdruckstänzerin zumindest ahnen, die sich in der Silvesternacht des Jahres 1967 voller Verzweiflung vom irdischen Dasein verabschiedet hat. Eine Filmaufzeichnung der «Afectos Humanos» macht ihre Vergegenwärtigung möglich. Aber...
Ob Martin Luther seine Texte auch vertont hat, wird sich letztlich wohl erst am Tag des Jüngsten Gerichtes klären lassen. Da es bis dahin vermutlich noch ein Weilchen dauert, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Protestant «Ein feste Burg ist unser Gott» zumindest abgesegnet hat. Ohne sein Zutun hätte sich das Kirchen- und Kampflied wohl kaum zur...
