geehrt: Ismael Ivo
brach aus seiner Heimat Brasilien auf, um via New York (Alvin Ailey American Dance Theater) in Europa Karriere zu machen. Er arbeitete mit so unterschiedlichen Künstlern wie Johann Kresnik und Márcia Haydée zusammen, leitete von 1997 bis 2000 das Tanzensemble am Nationaltheater Weimar und ist seit 2005 Direktor des Tanzfestivals der Biennale von Venedig.
Der Tänzer und Choreograf landete seinen dauerhaftesten Coup 1984 mit der Gründung der «Internationalen Tanzwochen Wien» (zusammen mit Karl Regensburger), die sich zum weltweit größten Tanzfestival mauserten, unter dem Namen «ImPulsTanz». Sein Heimatland würdigt den 1955 geborenen Ivo nun mit der höchstmöglichen kulturellen Auszeichnung, dem «Ordem do Merito Cultural do Brasil».
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Auf Stoppelfeldern einen Drachen steigen lassen, die Hand am Stacheldrahtzaun verletzt, vom Fahrrad gestürzt: Bilder ohne Schmerz. Der ist vergessen. Erinnerungen sind oft kalt wie Fotografien. An vieles glaubt man sich überhaupt nur zu erinnern, weil ein Foto existiert. Wenn die Geliebte nicht da ist, tanzt einem ihr Gesicht vor den Augen. Bewegtes aber können wir...
Die Fensterrahmen in den Garderoben der Tänzerinnen sind lange nicht gestrichen worden, die Gardinen hängen schlapp, Gittertüll, war mal begehrt, war mal modern, irgendwann in den Sechzigern. Das Tutu auf dem Fensterbrett, fröhlich aufgeplustert, touchiert die müde alte Gardine in gewohnter Vertrautheit, Tüll zu Tüll, Berührung in Geborgenheit, «Schwanensee»...
Sie sagten, die Idee zu Ihrem neuen Stück nach dem gleichnamigen Buch von Claude Lévi-Strauss, hätten Sie während eines Gesprächs über Tanz, Couscous und die «Unarbeitsamkeit des Körpers» mit dem Philosophen Giorgio Agamben gehabt. Ungewöhnlich, dass ein Philosoph Ihr Dramaturg wird. Wie kam es dazu?
Unsere Zusammenarbeit begann 2008 beim Stück «La natura delle...
