Matteo Levaggi: «Primo Toccare»
Der Titel des neuen Balletts von Matteo Levaggi klingt subtil. «Erst berühren», so die wörtliche Übersetzung, könnte ein Statement der Werbung sein oder, nicht weit davon entfernt, eine sexuelle Aufforderung. Das Werk für das Balletto Teatro di Torino, das bei der Tanzbiennale in Lyon uraufgeführt wurde, ist vor allem: purer Tanz. Mehrere Glassarkophage stehen in einem Garten aus Licht. In ihnen stehen silberne Schädel umkränzt von weißen Lilien – ein Dekor von Samantha Stella und Sergio Frazzingaro, die unter dem Label Corpicrudi arbeiten.
Zwei weibliche Models besteigen in weißen Kleidern ihre Glasgräber und verharren darin bis zum Ende unbeweglich wie Skulpturen. Umtanzt werden sie von fünf Jungs, darunter dem eindrucksvollen Chinesen Shang-Chi Sun, einem Virtuosen mit poetisch tanzenden Händen, sowie drei Frauen, die nicht minder kraftvoll und ausdauernd ihre Beine und Arme von sich werfen, sich unablässig heben, umarmen, liebkosen und küssen. Der Kontrast zwischen dem wilden Tanz auf der Bühne und der starren Haltung hinter Glas kann kaum größer sein.
Levaggi, auf den Titel angesprochen, sagt, man habe eben nur einmal die Chance zu einer ersten Berührung, diesem fragilsten und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Methode des legendären Gründers und Leiters der Forsythe Company mit Sitz in Frankfurt und Dresden kann man nicht in Seminaren erlernen. Sie passt stattdessen auf eine einzige CD-ROM, «Improvisation Technologies – A Tool for the Analytic Dance Eye».
Der Prototyp dieser digitalen Scheibe entstand in Zusammenarbeit mit dem ZKM Karlsruhe, damit neuen Tänzern seiner...
Die Schockwellen der Bankenkrise gehen unter die Haut. In den Metropolen zeigen sich erste Anzeichen ihrer Verwandlung in Tanz. In New York, London, Paris, wo ihn unsere Korrespondenten Sebastian Moll, Mike Dixon und Thomas Hahn aufspürten, hat er einen Namen: «Burlesque». Dieser Tanz erreicht nun Hamburg. Ein Laden namens Queen Calavera in St. Pauli zeigt als...
«Hello».
Zwei Füße auf tiefschwarzem Bildschirm? Das heißt: Fußsohlen. Plattgedrückt zeichnen sich die Zehenballen und die schmale Landzunge bis zum hellen Fersenkreis ab. Der Spann, von unten, wirkt schon ein bisschen faltig. Die Füße eines nicht mehr jungen Mannes. Dann taucht aus der Dunkelheit unterhalb der Fußabdrücke sein markantes Gesicht auf. Schmal, sehr...
