paul taylor et al.
Er gehört zu den Großen des Fachs, ist 83 Jahre alt und findet es somit an der Zeit, sein Haus zu bestellen. Dabei lässt er sich von der Überzeugung leiten: «Auch ein Museum kann zeitgenössisch sein.» Mit diesem Slogan verkündete Paul Taylor, dass er seine Kompanie ab 2015 breiter aufzustellen gedenkt und deren Spielplan mit Werken anderer Choreografen bestücken will. Wohlgemerkt nicht irgendwelcher Kollegen, sondern «Meisterwerk»-Lieferanten, die durchaus bereits das Zeitliche gesegnet haben dürfen.
Die Paul Taylor Dance Company soll sich zu Paul Taylor‘s American Modern Dance erweitern und im Lincoln Center Quartier nehmen, um dort die Avantgarde von gestern zu pflegen – und die von morgen zu päppeln. Vorgesehen ist, nebenbei talentierte Nachwuchsleute heranzuziehen und ihnen eine Plattform für erste Arbeiten zu offerieren.
Warum tut Taylor das? Er könnte schließlich, wie Merce Cunningham, das Farewell seiner Truppe für einen Zeitpunkt nach dem eigenen Ableben festlegen und verfügen, dass sein Schaffen umfassend archiviert, konserviert, digitalisiert wird – mit allen Mitteln, die das Licht der schönen neuen IT-Welt schon erblickt haben oder bald erblicken werden. Anders als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2014
Rubrik: menschen, Seite 30
von Dorion Weickmann
im november: hans van manen_________
Leichtfüßig vor sich hintänzelnd, erklärte er einem Mitglied der tanz-Redaktion unlängst: «Ich muss wieder mehr choreografieren.» Dabei hat Hans van Manen nicht nur mehr als 80 Jahre auf seinem Lebenskonto, sondern auch über 120 Werke in der dazugehörigen Kreativbilanz. Dem Ballett am Rhein und dessen Chef Martin Schläpfer...
Dieter Haselbach ist ein mitteilsamer Zeitgenosse, wenngleich mit stiller Reserve. Er wirkt kulturbewandert, theateraffin und auskunftsfreudig, solange die Fragen nicht ans Konkrete rühren. An Honorare, Auftraggeber, Entscheidungsfindungen. Dann lehnt sich der schmale Mann zurück und lässt ein feines «Nööö» über die Lippen zischen. Betriebsgeheimnis, Diskretion....
Russland und Deutschland werden 2015 ein Paar – was ihren Kulturaustausch angeht. Großbritannien und Russland sind es bereits in diesem Jahr. Einen Sommer lang hat man sich gegenseitig besucht, das Bolshoi reiste nach London, das Royal Ballet nach Moskau. Den Höhepunkt dort gestaltete ein Franzose: Jean-Christophe Maillot. Er inszenierte «Der Widerspenstigen...
