persönlich
newcomer_________
adam linder
«Context rules everthing around me.» Adam Linder schwingt den Besen. Er befreit die Bühne von allem, was über sie gegangen oder getanzt ist, um danach einen sinnlich-parodistischen Diskurs anzuzetteln. Was sagt uns der Rap als Antwort auf das Theater und dessen festgefahrene Erzählformen? Das fragt der in Berlin lebende Australier in seiner am Hamburger K3-Zentrum für Choreografie entwickelten One-Man-Show «Cult to the Built on What». Das Solo entpuppt sich als erfrischend unprätentiöser Dialog mit dem Publikum.
Rappen dient Linder als Instrument, um die theaterdominante Narration aufzubrechen. Der experimentelle und umgangssprachliche rhythmische Sprechgesang vermag, wie er meint, herrschende Sprach-, Denk- und Organisationssysteme in Kunst und Gesellschaft zu destabilisieren. Das lässig von ihm geschulterte Stehpult symbolisiert zweifellos auch der akademische Katheder – ein zerbrechliches Postament, auf dem die elitäre bürgerliche Kultur ruht. Mal faunhaft werbend, mal robotergelenkig springend umtanzt Linder das «Objekt der Begierde», huldigt ihm mit ballerinohaftem Kniefall, verhöhnt es Reime rappend. Er stellt klassische Posen aus, um sie grob zu ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: menschen, Seite 26
von
im kino_________
what moves you
Nein, es ist nicht der Rhythmus. Was vor gut einem Jahr 83 Jugendliche aus 14 Nationen bei einem vierwöchigen Education Projekt in Berlin so bewegt, ist etwas ganz anderes – eine «Seelengymnastik», wie ein beteiligter Choreograf vereinfachend meint, eine Möglichkeit, sich neu zu justieren. Nicht zuletzt aber eine Art des Tanzes, die...
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Dem Tanzerbe zu huldigen, ist in der Ballettwelt nachgerade eine Pflichtübung. Aber was wurde Fabian Barba vor wenigen Jahren noch bestaunt, als er erzählte, er wolle Mary Wigmans Tänze – Entstehungszeit frühes 20. Jahrhundert – rekonstruieren. Heute liegt so was: voll im Trend. Dabei geht es der Sache nach um den Blick zurück innerhalb des eigenen Genres. Bei all...
