Mode05 – Oder wie träumt man seine Zweifel?
«Um zur Wahrheit zu gelangen, muss man sich einmal im Leben entschließen, alles zu bezweifeln – so weit dies möglich ist».
Beim Aufbruch durchs Dickicht der blogs und Wikis von www.mode05.org drängen sich diese Worte von René Descartes in den Sinn. Kein Wunder. Stellt doch das kollektiv gewachsene, noch wachsende Textmaterial des «meeting on dance eduction 2005» im Internet so ziemlich alles infrage, was die Praxis, Theorie, Politik und Ethik des Tanzens, Lernens, Forschens, Choreografierens, Performens und Schulemachens umfasst.
Dreißig Künstler und Theoretiker aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Russland und den USA ließen eine Woche lang im Potsdamer think tank ihre Köpfe rauchen, um Konzepte, Ideen, Utopien zu entwickeln für ein potenzielles Ausbildungsmodell in zeitgenössischem Tanz und Choreografie. Begleitet von einem Supervisor und einem Computer rang jeder, jede um Worte, Begriffe, Erklärungen, Poesie, Einsichten. Nicht, um sich in Ego-Statements abzugrenzen, sondern um gemeinsames Wissen zu bündeln.
Dem Zaungast am Bildschirm hilft’s, in die Anfänge des Projekts zu tauchen: Hausherrin und Initiatorin von mode05 ist die fabrik ...
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Die Erneuerer der russischen Kunst des 20. Jahrhunderts waren in den Augen der Sowjetmacht dekadente Abkömmlinge einer in Auflösung begriffenen spätbürgerlichen Kultur. Avantgarde war die Kunst der falschen Ideologie. Das traf natürlich auch die Tanzkunst – Ausdruckstanz galt den sowjetischen Zensoren als Verbrechen. Zu Symbolen des Sowjet-Staats wurden stattdessen...
Akt als Objekt, Mensch als Skulptur – das ist, woran Xtine Petit modelliert. Die Intimität, so hofft die in Berlin lebende Französin, wird umso stärker, je kühler sich das Resultat zeigt. Strikt schwarz-weiß. Eine unmittelbare Identifikation ist nicht möglich. Der Körper ist ein Körper. Nur seine Form tanzt. Nicht die Person. In Cherbourg und Rouen ausgebildet, hat...
Am liebsten, sagt Royston Maldoom, sind ihm die kleinen Projekte. Die Arbeit mitten im Bruderkrieg in Bosnien, am Ende der Apartheid in Südafrika, im Dauerkonflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland, die Arbeit mit Gefängnis-Insassen, Straßenkindern und, immer wieder, Jugendlichen aus allen Teilen der Welt. Maldoom begründete in den frühen 1980er...
