Gewalt & Leidenschaft
Zart schreitet Blanche unter ihrem Florentiner Hut am Arm des Arztes entlang der Bühnenrampe aus dem Haus Kowalski, das ihr so vulgär erscheint. Entzweit mit sich selbst: zwischen dem Triumph, von einem feschen Mann fortgeleitet zu werden, und der Ungewissheit, wohin er sie führt. Unstet ihre Augen, fahrig die Hände. Stanley winkt der Verstoßenen eine Spur zu infam nach, Mitch trauert um seinen entschwindenden Lebenstraum.
Mit diesem Bild, schärfer noch als in Tennessee Williams’ Drama, lässt Ralf Rossa nach neunzig durchtanzten Minuten seine «Endstation Sehnsucht» schließen. Nach Neumeiers Version 1983 für Stuttgart, mit Haydée und Cragun zu Musik von Schnittke und Prokofjew, nun die Hallenser Fassung. Rossa gliedert sie in 19 atmosphärische Szenen, die zwischen der düster armseligen Bleibe der Kowalskis und Rückblenden an den Herrensitz der Du Bois pendeln.
Dort, in Belle Rêve, walzen vornehme Ballpaare auf der Hochzeit von Blanche und Allan: im grünen Salon mit Empore, zu der Treppen mit goldenen Ziergeländern hinaufführen. Drei orange geflammte Fenster machen Heinz Balthes’ eleganten Bühnenentwurf so komplett, wie es Blanches Glück inmitten der fliegenden Hebetransporte ...
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A group of almost forty dancers clad in various shades of green crowd the stage of Herzelia Performing Arts Center near Tel Aviv and slowly start performing a synchronized pulsating movement to a Sirtaki tune, bending to the floor, heads down, moving their knees and elbows. The green flock of swaying backs evokes images of happy creatures such as cicadas, maybe, or...
Ondiege Matthew aus Nairobi ist irritiert: «Wasn’t it disgusting for you at all?», fragt der kenianische Choreograf in die Runde. Das Düsseldorfer Publikum, das sich im tanzhaus nrw angewöhnt hat, seine Eindrücke nach der Vorstellung in einer gruppendynamischer Sitzung loszuwerden, schüttelt vehement die Köpfe. Nein, aber wir waren betroffen, sagen sie tapfer: «Vor...
Manja Chmièl wurde im Nachkriegs-Berlin neben Dore Hoyer gefeiert. Die Tschechin aus der Wigman-Schule pfiff auf Tradition. Sie war die Metapher ihres Manifests: «Mein Tanz ist nicht Ausdruckstanz ...» Erdig, blutvoll rhythmisch, raumgreifend suchte sie nach einem Vokabular, das pure Bewegungsgebilde in zeitliche Ordnung brachte, als Spiegel der Zeit. Ihr Stil...
