Bertram Müller
Ihn mit 64 Jahren einen Hoffnungsträger zu nennen, weil er, dem Vernehmen nach, in ein oder zwei Jahren das tanzhaus nrw der Stadt Düsseldorf vermachen will – was für eine Vorfreude ist das denn? Würde das Tanzhaus in städtischer Hand nicht ebenso zu einer Institution werden wie die Oper und das Schauspiel? Würde aus dem tanzhaus nrw nicht einfach nur das 37. vom Land Nordrhein-Westfalen institutionell geförderte Theater? Derzeit erhält es einen Zuschuss von bloß zehn Euro pro verkauftem Ticket.
«Würde man diesen Zuschuss auf die Höhe anheben, die kommunale Theater erhalten, könnte man jeden Abend die Top-Liga einladen: William Forsythe oder Marie Chouinard», sagt Bertram Müller, meint aber etwas anderes: «Falls die Stadt klug ist, hielte sie mit dem Tanzhaus eine Struktur in Händen, die sich auf andere Bühnen übertragen ließe», denn: «Unsere Theater sind europafeindlich» und nicht durchlässig für den länderübergreifenden Austausch der Künstler.
Wie können denn herkömmliche Stadttheater ihrem Publikum neue Sichtweisen bieten? Nur durch gastierende Sänger oder zusätzliche Festivalanstrengungen, die dem Behördentheater ausschließlich Mehrkosten verursachen. Die schlanke Struktur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das einzige Problem ist ihr Nachname, bei dessen Aussprache sich unsereins immer blamiert – er beginnt mit einem schnalzenden Xhosa-Klick. Deshalb hat man sich in Europa angewöhnt, von «Nelli» zu sprechen, wenn man Nelisiwe Xaba meint, und das tut man jetzt öfter. Die frühere Tänzerin bei Robyn Orlin, die schon immer auch eigene Sachen machte, hat von Soweto aus...
Vor einem Jahr starb Pina Bausch. Ihr Werk lebt. Das Tanztheater Wuppertal trägt es auf seinen Gastspielreisen weiter hinaus in die Welt. Die Nachfrage ist rund um den Globus ungebrochen. Zu Hause, im Bergischen Land, studiert die Kompanie Klassiker wie «Viktor» und «Danzón» wieder ein – ein neues Stück kann es ja nun nicht mehr geben. Dominique Mercy, der...
Es mag verwundern, ihn in den Tanzkontext einzufügen, gilt er doch als Theatermann und Leiter der japanischen Kompanie chelfitsch. Seine sehr buchstäblich auf den Körper gerichtete Kunst, die zuletzt beim «KunstenFESTIVALdesArts» in Brüssel zu sehen war, ist das Besondere seiner Inszenierung. Hier erfuhr man durch ihn, was der europäische Tanz noch lernen könnte:...
