Raimund Hoghe
Grenzgänger. Zum Beispiel Yaguine Koita und Fodé Tounkara, 14 und 15 Jahre alt, geboren in Guinea, im Sommer 1999 umgekommen bei dem Versuch, als blinde Passagiere im Fahrwerk eines Flugzeugs nach Europa zu gelangen. Bei sich hatten die beiden Jungen aus Conakry einen handgeschriebenen Brief an «Exzellenzen, geehrte Damen und Herren, Verantwortliche von Europa». Darin hieß es: «Es ist Ihre Solidarität und Ihre Liebenswürdigkeit, die wir erflehen für Afrika. Helfen Sie uns! Unser Leid in Afrika ist unermesslich groß, wir haben viele Probleme und Mängel bei den Kinderrechten.
Was die Probleme betrifft, so haben wir Krieg, Krankheiten, Nahrungsmangel.» Die Jugendlichen haben ihr Leben riskiert, «weil wir in Afrika zu sehr leiden und weil wir Sie brauchen, um gegen die Armut zu kämpfen und um den Krieg in Afrika zu beenden. Auch wollen wir studieren und bitten Sie, uns dabei zu helfen, damit wir in Afrika so werden wie Sie.» Abschließend entschuldigen sie sich, «dass wir es wagen, Ihnen diesen Brief zu schreiben, den großen Persönlichkeiten, denen wir viel Respekt schulden.»
Als eine belgische Zeitung zwei Tage nach dem Tod von Yaguine Koita und Fodé Tounkara den Brief im August 1999 ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Choreografen: Zur Sache, Seite 22
von Raimund Hoghe
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