Martin Nachbar
Martin Nachbar ist ein Vertreter des zuletzt viel geschmähten Konzept-Tanzes – und sicherlich einer der klügsten. Mehr noch: Der in Berlin lebende Choreograf hat immer wieder den Beweis erbracht, dass ein Konzeptualist nicht nur gewitzt, sondern witzig sein kann. Martin Nachbar ist hungrig auf Wirklichkeit – und er stiftet Nachbarschaften, indem er zusammendenkt, was nicht erkennbar zusammengehört. Zum Beispiel Kartografie und Choreografie. Er selbst behauptet, ihn interessiere vor allem das, was zunächst unmöglich erscheint.
Aus dieser Unmöglichkeit ergebe sich dann das Finden einer Methode. Ihm beim Aufstellen seiner Methoden zu folgen, ist schon ein intellektuelles Vergnügen. Und das Erproben eben jener Methoden an unterschiedlich begrenzten Wirklichkeiten ist immer ein Wagnis – und erreicht also ein kritisches Stadium. Eben um diese Krisen – die Krise von Wahrnehmung, die Krise von Sprache, die Krise von Bewegung – geht es Nachbar. Und um das Überlisten des Denkens, das Überrumpeln des Körpers. Davon berichtet das choreografisch-kinetische Logbuch in «Mnemonic nonstop». Jochen Roller und Martin Nachbar sind für dieses Projekt auf Wanderschaft gegangen. Im Jahr 2005 haben die ...
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Das Stück
«Cursive – A Trilogy» von Lin Hwai-min: am 1. Dezember 2001 tanzte das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan eine Kalligrafie, die zwei Jahre später ihre europäische Erstaufführung in Weimar erlebte: Lin Hwai-mins Auseinandersetzung mit der Kunst der Zeichen, die sich mit der Zeit zu einem Dreiteiler erweiterte. In diesem Frühsommer wurden alle Stücke in...
Am liebsten arbeitet er mit Laien – mit Kindern und Jugendlichen. Denn er will keine Kunst machen, sondern Spaß haben. Sagt er. Ives Thuwis stapelt schon mal ein bisschen tief. Denn seine Produktionen mit der Jugend – seit 2000 sind es acht an der Zahl – sind auch seine besten. Wie zum Beispiel «adieu», das aus einem Work-shop am Forum Freies Theater in...
Der anhaltende Barockboom fördert immer neue Oper-Kostbarkeiten zu Tage. Hier Vivaldi, da Rameau. Man kommt aus dem archivarischen Staunen kaum noch heraus. Manches freilich lag teilweise auch zu Recht im Regal. Für anderes fehlten Ideen für die Umsetzung. Das brave Bemühen auf historische Tänze spezialisierter Wissenschaftler machte mit ein wenig Hüftwackeln und...
