Schule des Hamburg Ballett
Gigi Hyatt, der Übergang von der Ausbildung in die Praxis erfolgt nicht bruchlos. Sie leiten die Schule des Hamburg Ballett, wie bereiten Sie die Absolventen auf den Ernstfall vor – technisch, physisch, psychisch? Wir versuchen eine sehr starke klassische Ausbildung zu geben; John Neumeier legt aber von Anfang an ebenso viel Wert auf Kreativität.
Das geht so weit, dass die Schüler der Theaterklasse im Fach «Tanzkomposition» eigene Choreografien entwickeln und für alle Aspekte ihrer Präsentation verantwortlich zeichnen, Probenplanung und Casting inklusive. Das versetzt sie letztlich in die Lage, sich in einen Choreografen oder Direktor hineinzudenken – was beim Vortanzen hilfreich ist.
Gibt es denn ganz praktische Hilfen? Wir üben in der 8. Klasse beispielsweise, wie man einen Lebenslauf schreibt und eine Bewerbungsmappe erstellt. Auch beraten wir die Schüler bei der Wahl einer klassischen und zeitgenössischen Varia-tion. Schließlich sollen bei einer Audition ihre Stärken augenfällig werden.
Die Anforderungen unterscheiden sich von Kompanie zu Kompanie. So ist es. Wir besprechen deshalb mit jedem Einzelnen, wo er am besten vortanzen sollte. Natürlich hat jeder seine Traumkompanie. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz
Gesellschaftstanz
Wirtschaftsimperien, Monarchien und Clans wie die Kennedys vertreten das dynastische Prinzip: Einer hat irgendwann etwas angefangen, die nächsten Generationen stapfen begeistert hinterher. So verhält es sich auch mit vielen Tanzschulen in Familienhand, die mit der Zeit zur lokalen, gar regionalen Instanz geworden sind. Wir stellen ein Beispiel...
Newcomer: Emilie Mazoń
Wie sich die Bilder gleichen! Wenn Emilie Mazoń die Desdemona verkörpert, gibt es Momente, in denen man sich verwundert die Augen reibt. Wie ähnelt sie doch Gigi Hyatt, die sich 1985 auf Kampnagel in John Neumeiers «Othello»-Ballett in eben dieser Rolle vorgestellt hat. Der selbe Ernst. Die unbedingte Hingabe.
Keine Frage, Emilie Mazoń ist...
In manchen Szenen von Sasha Waltz‘ «Kreatur» fühlt man sich an ihr bahnbrechendes «Körper» (2000) erinnert. Die Leiber der Tänzer werden wiederholt von Folie optisch verzerrt und lassen an anatomische Präparate denken. Wenn sie nur mit hautfarbenen Slips bekleidet sind, muten die Körper ganz zart und verletzlich an. Umhüllt von einer filigranen Drahtwolke, trippeln...
