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Was alle ahnen, mancher weiß und niemand sich auszusprechen traut, hier steht es geschrieben: Tanz ist keine autonome Kunst. Er ist abhängig von anderen Künsten, Architektur, Licht, Theater, Musik. «In Folge seines Kampfes um einen autonomen Status unter den Künsten und um die Emanzipation von diesen», schreibt Boyan Manchev in diesem Band, «wurden Grenzen gezogen»: zuallererst von der Ausbildung, mit der Errichtung immer neuer Tanztechniken und, wie es hier bei Fritz Ostermeyer steht, durch die Abgrenzung von den Dilettanten, jenen Liebhabern, die man heute im Community Dance trifft.
Tanz, um eine anerkannt autonome Kunst zu sein, konnte sich durch Alleinstellungsmerkmale zwar institutionalisieren. Aber, so stellen die herausgebenden Autoren Nicole Haitzinger und Helmut Ploebst fest: Alle dem Tanz zuzurechnenden Avantgardebewegungen – die «Lichttänze» der Loïe Fuller in den USA, die «futuristischen Tänze» der Natalia Gontscharowa in Russland – hätten von Anbeginn eng mit anderen Künsten kollaboriert. Die ganze Moderne habe sich mit der Wechselwirkung von Körper und Maschine auseinandergesetzt, nicht nur Fernand Légers «Ballet mécanique». Dass sich das Kino, der Synthesizer, das ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: medien, Seite 54
von Arnd Wesemann
Die Cocteau-Freunde reklamieren das Ballett für ihren Schützling, die Tanzwelt schreibt es Roland Petit zu, der damit seinen Durchbruch feierte. «Le jeune homme et la mort», 1946 uraufgeführt, verbindet Pariser Mansardenflair mit dem aufkommenden Existenzialismus und latenter sadomasochistischer Erotik. Der Schriftsteller, Regisseur und Maler Jean Cocteau erfand...
Disziplin und Ekstase, zu diesem Begriffspaar greift die Einleitung. Der Titel freilich, «Anmut und Disziplin», vermittelt ein gesetzteres Tanzverständnis – obwohl der Bildband gar nicht ballettlastig ist, sondern Tanzmoderne, Varieté und Gesellschaftstanz dominieren. 170 Abbildungen hat Helga Thalhofer zum Tanz in der bildenden Kunst zusammengetragen, verfolgt...
Wir plädieren für das «Risiko der Jugend», sagt Peter Pleyer, um neuen Choreografen eine Plattform für kompromisslose Arbeiten zu bieten. Kompromisslos bedeutete bei ihm auch schon mal, die knappen Produktionskostenzuschüsse auf Programmzetteln transparent zu machen. «X choreografiert mit 300 Euro»: So betrachteten wir die Mühen der Unterfinanzierung. Trotzdem...
