Sidi Larbi Cherkaoui: "Myth"
Sidi Larbi Cherkaoui,
zehn Tage vor der Premiere montieren Sie noch die Flut an Material, die Ihre 14 Tänzer angeliefert haben, dazu sieben Musiker, also 21 Performer: Das ist nicht zufällig die Anzahl Karten, die man beim Tarot braucht? Worum geht es in «Myth»? Genau wie die meisten Menschen habe ich eine Anzahl an Leichen in meinem mentalen Keller, mit denen ich ins Reine kommen muss. Dieses Stück handelte anfänglich von Traumata. Arbeit am Stück ist für mich ja immer auch eine Art der persönlichen Psychotherapie.
Ein Trauma ist ein Ereignis, das so unüberwindbar scheint, dass man stets zu dem Moment «vor dem Ereignis» zurück möchte. Das drohte dann wirklich sehr schwer und schon zu persönlich zu werden. Darum habe ich mich dem Thema über einen anderen Weg genähert: die Mythologie. Jeder kann im einen oder anderen Mythos seine eigene Problematik gut erkennen. Indische und griechische Mythen drängen keine Moral oder kein Urteil auf, sondern zeigen das Ereignis, das über jemanden hereinbricht, wenn man bestimmte Entscheidungen trifft. Das Erkennen ist eine Form der persönlichen Genesung: Du spürst, dass du nicht allein bist mit einer Frage oder einer Emotion. Unsere Kultur ist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ich jage ein Phantom. Seit Tagen, Wochen. Halte mich am Telefon zur Verfügung. Starre nervös auf mein elektronisches Postfach. Vergesse zu essen. Stattdessen unternehme ich endlose Streifzüge im virtuellen Dschungel. Was steht da über sie? Sie sei «transparent», «irreal», «übernatürlich», «entrückt», «ephemer», «ideal», «eine Verlockung», «die reine Perfektion»,...
«Elle(s)» steht ohne Zweifel im Plural: Das neueste Werk von Fabienne Berger ist Frauenbildern gewidmet. Portraits, die langsam ihre überlebensgroßen Münder zu einem Lachen öffnen. Frauen als kleine, auf die dunkle Rückwand projizierte Silhouetten. Sie werden beobachtet, halbwegs imitiert und so von der Interpretin auf der Bühne als virtuelle Mitspielerinnen...
The story’s the thing. It’s what, I’d imagine, starts things off for Canada’s premiere dance storyteller, Sarah Chase. Her graceful words and movement intermingle with wonder and loss. Born in the Vancouver area, and formerly based in Toronto, Chase returned to her West Coast roots just a few years ago, with a move to Hornby Island in British Columbia (that is...
