atelier für anträge

Wer Fördergelder braucht, muss Konzepte schreiben. Eine Zumutung für Künstlerköpfe – es sei denn, sie machen daraus ein Happening

Tanz - Logo

Wie wollen wir arbeiten? Und unter welchen Bedingungen? Ersteres klären Choreografen und Tänzer der freien Szene individuell. Die Antwort auf die zweite Frage gibt hingegen das System der Kulturförderung am jeweiligen Arbeitsort vor. Öffentliche Förderung ist für freie Tanzschaffende eine Vorbedingung ihrer Tätigkeit. Die Antragsprosa ist der Bewegungskunst vorgängig, Fördervolumina prägen Ästhetiken.

Bestimmt die Kulturpolitik also die Grenzen des Machbaren im Tanz? In Berlin ist die Plattform «How Do We Work It» angetreten, die Arbeitsbedingungen im Tanz zu diskutieren und neue Strukturen zu erproben, mit ihnen anders umzugehen: Solidarität statt Rivalität, Zusammenhalt statt Wettbewerb.

«Viele empfinden das Fördersystem als Druck, es baut ein Konkurrenzverhalten auf», berichtet Veronika Bökelmann von «How Do We Work It». Vereinzelnd wirke das öffentliche Antragswesen – kontraproduktiv für die in Gemeinschaft entstehende wie rezipierte Kunstform Tanz, so klingt es bei ihr durch. Um da gegenzusteuern, organisierten fünf Tanzschaffende aus der Gruppe das «shared office #1»: Öffentliches Co-Working für Choreografinnen und Choreografen in den Berliner Uferstudios. In einem Farblager ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2014
Rubrik: praxis, Seite 68
von Elena Philipp

Weitere Beiträge
highlights

paris_________

an american in paris

Für viele Musical-Maniacs ist es der Film aller Filme, getragen vom Charmeur aller Charmeure, der hier übers Pflaster der französischen Hauptstadt tänzelt: Vincente Minellis «An American in Paris» – alias Gene Kelly. 1951 knackte die Liebesgeschichte zwischen dem Maler und dem Inbegriff der hübschen Pariserin, von Ex-Tänzerin...

persönlich

newcomer_________

tars vandebeek

Wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen, achten sie bekanntlich nicht darauf, wohin sie geraten. Und wenn wir gen Himmel schauen, tun wir das selten in der Hoffnung, einen Stern oder das, was wir dafür halten, fallen zu sehen.

Das ist im Ballett nicht anders. So gingen wir zuletzt ins Opernhaus Zürich, um daselbst «Anna Karenina»...

benjamin millepied

Ein Mann im Umbruch: Benjamin Millepied schlüpft Stück für Stück in seine neue Rolle als Directeur de la danse am Pariser Opernballett, wo er den Staffelstab von Brigitte Lefèvre übernimmt, die ihn zwei Jahrzehnte trug. Ende September stellte er auf der «Biennale de la danse» in Lyon «Hearts and Heroes» vor, die bis auf Weiteres letzte Kreation für sein vor zwei...