berlin: helge letonja «the bog forest»
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden winden, ihre Not ist erst mal fremd und nicht ganz geheuer.
Das Stück bildet den Auftakt zu einer Trilogie, die sich unter dem Titel «DisPlacing Future» choreografisch mit dem Thema Migration auseinandersetzt.
Der Sumpfwald ist hier zugleich ein ganz realer Ort und eine metaphorische Traumlandschaft für allerlei Sehnsüchte, Ängste, Irrungen, Wirrungen. Für die Tänzer von Letonjas steptext dance project bedeutet das, sich einem emotionalen Ausnahmezustand anzunähern, Orientierung einzig in den Impulsen und Rhythmen ihres Körpers zu suchen.
Unter Todesgefahr nehmen Menschen täglich die Reise auf sich, hoffen im gelobten Europa auf eine bessere Zukunft. Auf der sicheren Seite mögen wir die Augen vor dieser Wirklichkeit verschließen, die in den Medien übermittelten Bilder der Gestrandeten wirken dennoch nach.
Hier ragen ein paar ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: kalender, Seite 65
von Irmela Kästner
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