sylvie guillem
Modena also, italienische Provinz. An einem Vorfrühlingsabend startet Sylvie Guillem hier ihre Abschiedstournee, geht das letzte Programm «Life in Progress» im Teatro Communale Pavarotti erstmals über die Bühne. Am Ende nimmt sie die Ovationen des Publikums entgegen – und alles ist wie immer: Ganz allein steht sie da, ein spontanes, mädchenhaftes Lächeln auf den Lippen, voller Lebensfreude. Auch dieses Mal wirkt sie fast überrascht, so als käme die Anerkennung völlig unerwartet. Sie strahlt über das ganze Gesicht, und jeder im Zuschauerraum spürt den Zauber dieses Augenblicks.
Der nie mehr wiederkehrt, wiederkehren kann, weil die Zauberin beschlossen hat, dass sie genug gezaubert hat. Nämlich über 30 Jahre lang.
Revolutionärin im Spitzenschuh
Sylvie Guillem hat die Ästhetik und das künstlerische Erscheinungsbild der klassischen Ballerina im ausgehenden 20. Jahrhundert exemplarisch revolutioniert. Und dabei hat sie dieses ganz und gar unverwechselbare Lächeln begleitet, das hinter jeden ihrer Auftritte einen ganz persönlichen Schlusspunkt setzte. Darauf angesprochen, meint sie: «Das Ende einer Vorstellung ist der Abschluss eines überaus komplexen physischen, emotionalen und mentalen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2015
Rubrik: menschen, Seite 16
von Silvia Poletti
gent
flanders fields
An Jeanne Brabants zu erinnern, hat das Ballet Vlaanderen allen Grund. Die Kompanie ehrt ihre langjährige, inzwischen verstorbene Direktorin denn auch nicht nur mit der Neueinstudierung von «Dialogue», in dem die Choreografin 1971 den Konflikt eines älteren Liebespaares thematisiert. Die Konfliktsituation wird unter dem Titel «Flanders Fields»...
Der im letzten Dezember verstorbene Horacio Ferrer schuf die Libretti zu rund 80 Werken des Großmeisters des Tango Nuevo. Astor Piazzollas «María de Buenos Aires» von 1968 ist eins davon. Es erzählt von den Wurzeln des Tangos, singt vom Niedergang der Ärmsten, den Porteños in Buenos Aires, wohin zum Ende des 19. Jahrhunderts Flüchtlinge aus Europa und Afrika zu...
_____deutschland
On tour
Die Kibbutz Contemporary Dance Company aus Israel zeigt mit «If at All» eine neue Arbeit ihres künstlerischen Leiters Rami Be’er: Nur durch Bewegung, Licht und Klänge werden fantastische Räume gezeichnet: Fürth, 19.–23. Mai; Bonn, Theater, 27., 28. Mai;
Coesfeld, 29. Mai; kcdc.co.il
Das Nederlands Dans Theater 2 gastiert mit John Ingers...
