Frühlingsop(f)er
«Le sacre du printemps» fegt durch die choreografische Landschaft wie ein Schneeball, der zur Lawine anwächst. Von Lateinamerika bis Asien und Afrika begegnet man Choreografen, die erzählen, wie sie einst ein Video von Pina Bauschs «Frühlingsopfer» sahen und dann beschlossen, ihr Leben dem Tanz zu widmen. Einen ähnlich prägenden Einfluss hat sonst wohl nur Marcel Marceau bei den Mimen hinterlassen. Wer von Theater oder anderen Sparten zur inoffiziellen Bausch-Sekte wechselt und seinen «Sacre» wohl interpretiert hat, gehört bald zu den interessanteren Vertretern seiner Zunft.
Garantiert.
Aber wieso «Sacre»? Ist es der Hauch von Skandal, das Monströse, das Tier im Menschen? Vor einem Jahrhundert ging man noch auf die Kirmes, um sich zu vergewissern, dass das Mons-ter in der Bartfrau, der Negerin und im Missgebildeten schlummert. Heute leben sie im Fernsehen als Kannibalen, Amokläufer und drogenabhängige Stars. Periodisch werden Ängs-te vor den eigenen Abgründen kollektiv auf Behinderte, Einwanderer oder andere Minderheiten abgewälzt. Legt ein Künstler aber den Kunstfreunden nahe, das Monster doch in sich selbst zu suchen, kommt es zu aggressiven Reaktionen der Zuschauer, oder es ...
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Nach einer Neujahrsgala im Comedia-Theater in Köln mit unter anderem Bridget Breiner, Erste Solistin des Stuttgarter Balletts, Ruben Martin, Erster Solist des San Francisco Ballet, und Melissa Hough, Erste Solistin am Boston Ballet, wurde die Gründung des Fördervereins koelnballett-förderer gefeiert, um ein festes Kölner Ballettensemble zu schaffen. Initiator ist...
Diese Stimme. Sie schwebt im Raum, überlagert die Musik. Es ist die Stimme einer nicht mehr jungen Frau, die persönlich und unverstellt von ihrem Leben erzählt, einem Leben, das untrennbar mit dem Tanz, vor allem mit dem Ballett in Stuttgart, verbunden ist. In Bridget Breiners 2007 entstandenem Stück «Zeitsprünge» spielte Georgette Tsinguirides eine akustische...
Wer einmal in den Abgrund einer Papiertüte blickte, weiß, was es heißt, wenn von schwarzen Löchern die Rede ist. Gleich mehrmals reißt der Performer in Lackschuhen und Anzug seine große Tüte auf und lässt das Publikum hineinsehen in gähnende, absolute Dunkelheit. Probleme der Quantenphysik, der Schwerkraft, der Existenz einer anderen Dimension schnurren in der...
