Hugo Viera «Fado = Schicksal»
Das warme, herzliche Gefühl ist immer banal und unbrauchbar. Das sagt Thomas Manns Tonio Kröger über das künstlerische Schaffen. Er schließt: Einzig «die Gereiztheiten und kalten Ekstasen unseres verdorbenen, unseres artistischen Nervensystems» seien der rechte Ausgangspunkt für die Kunst. Hugo Viera hat sich daran versucht. Die Situation zwischen Mutter und Sohn sei etwas Besonderes, sagt er im Gespräch, den Vater erinnere er als böse.
Diese Konstellation stellt er in «Fado = Schicksal» auf die Geraer Bühne und begibt sich nebenher noch, so der Untertitel, «auf die Suche nach der portugiesischen Seele». Gewissermaßen doppelte Selbsttherapie: Viel hat der portugiesische Tänzer vormals in Braunschweig und Karlsruhe mit seinem ersten abendfüllenden Ballett gewollt; zumal ihm eine fulminante Tango-Studie ebenfalls fürs ThüringenBallett vorausging.
Annonciert hatte er eine Produktion über das Leben von Freddie Mercury, die nun verschoben ist. Lieber wolle er, sagt Viera, etwas Persönliches schaffen, etwas, das ihn betrifft. Dazu bedarf es inneren Abstands und, im Sinn von Thomas Mann, eines kühlen Kopfes. Dass dem jungen Choreografen lediglich dreieinhalb Probenwochen zur Verfügung ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwei Schaufenster, drei Tänzer, vier Quadratmeter – der Gastauftritt des Königlichen Balletts im Nobel-Kaufhaus NK mitten in Stockholm sorgte für Überraschungen auf kleinstem Raum. Ganz zur Freude der Macher. Die hatten sich in den Kopf gesetzt, dem altehrwürdigen Ensemble mit dem halbstündigen Auftritt im Shoppinggetümmel mehr und gern auch jüngere Zuschauer zu...
Die W-Fragen: Was will ich und was ist wirklich? Caroline Simon hat bei großen Fragen eine besondere Bühnenpräsenz, etwas sehr Deutliches, Undurchsichtiges, Unflatterhaftes. Diese Gründlichkeit kennt dazu auch ein «Ach was», die leicht ironische Distanz. Die gebürtige Brüsselerin, Jahrgang 1977, bei P.A.R.T.S. und in Rotterdam ausgebildet, lebt seit 2001 in Köln....
Sie waren Tänzerin, Choreografin, Jurorin des Choreografenwettbewerbs in Ludwigshafen. Jetzt vermitteln Sie bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung in Köln. Warum? Ich weiß, wie schwierig es ist, Arbeit zu finden. Vor einigen Jahren musste ich in Lübeck als Choreografin aufhören, weil kein Geld mehr da war.
Wie Ihre Vorgänger kommen Sie vom Fach. ...
