seine-saint-denis: rencontres chorégraphiques
Wörter, Gesten, Punk. Der US-Amerikaner Daniel Linehan hat kein Problem damit, diese höllisch-himmlische Trinität zu einem hypnotischen Strudel zu verdichten. Mit seinem neuen Stück «Zombie Aporia» präsentiert er einen weiblichen und zwei männliche Zombies, die sich in eine Art Trance schaukeln, angetrieben von den Sex Pistols, von Gedichten und den Bewegungen, Gesten und Ausrufen der Zuschauer eines Rockkonzerts. Zombies, weil sie
alles von einem Bildschirm übernehmen. Sie kopieren, fragmentieren und mischen, um alles zu verzerren, zu beschleunigen, unkenntlich zu machen.
Zombies, weil sie agieren, ohne zu empfinden, während der Körper sich erhitzt. Linehan trägt ihn immer weiter in Richtung einer medialen Transzendenz. Weitere Persönlichkeiten der «Rencontres Chorégraphiques de Seine-Saint-Denis» sind Nigel Charnock mit seinem Solo «One Dixon Road», das ihn federleicht von Punk zu Mary Poppins trägt, die Finnin Anna-Maija Terävä mit ihren 49 Schreien zwischen Sport und Clown in «On Ice», das ihr Maija Hirvanen choreografiert hat, oder Adam Linder, der in «Early Ripen Early Rot» inneres und äußeres Chaos zelebriert. Das Starke lebt wieder auf.
rencontreschoregraphiques.com
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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender highlights, Seite 34
von Thomas Hahn
...liebt das Publikum. Deshalb setzt er es nicht auf harte Stühle, er legt es in «You are here» ins Bett, fein säuberlich getrennt von den Nachbarn, die hinter einer Sperrholzwand ihr eigenes Refugium haben. Im Berliner Gasometer senkt sich eine gewaltige Spiegeldecke über das Publikum. Man ist allein mit sich, seinem Blick und den Botschaften der Performer, die...
Was denkt die Dame in der Metrostation «Botanique/Kruidtuin», was führt sie im Schilde? Mariano Pensotti aus Buenos Aires erfindet ihre Geschichte im öffentlichen Raum: Anonyme erhalten ein Gesicht. Das Miniaturstadion von Jozef Wouters und Menno Vandevelde aus Antwerpen, das beide am Oude Graanmarkt errichten, lädt zum Betanzen ein, die isländische Choreografin...
Wer eine Kunstschule besucht, lernt es von der Pike auf: das Kopieren berühmter Vorbilder und Stile. Gleich danach wird das absichtsvolle Kopieren zum Problem. Wer ohne ironisches Augenzwinkern oder offensichtlich konzeptuellen Zugriff fremde Ideen übernimmt, bekommt es mit dem Strafgesetzbuch zu tun. Einmal im Fall der sogenannten Raubkopien, also des...
