o-ton
Wie sich die Gedanken beim Reden allmählich verfertigen, lässt sich eindrucksvoll an einem Werkstattgespräch der Akademie der Künste (DDR) ablesen. Von keiner Geringeren als Ruth Berghaus moderiert, ebenfalls eine namhafte Choreografin, entwickelte Pina Bausch 1987 coram publico ihr Verständnis dessen, was sie selbst als Tanztheater bezeichnet hat.
In verschriftlichter, wenngleich autorisierter Form ein Jahr später in Heft 213 der Reihe «Material zum Theater» veröffentlicht, ließ das gedruckte Gespräch seinerzeit nicht einmal ansatzweise ahnen, wie sehr Pina Bausch bei dieser Befragung um eine Präzisierung ihrer Vorstellungen rang. Im originalen Wortlaut jetzt im ersten Band der «Pina Bausch Editions» erstmals abgedruckt, lässt sich der Gedankengang der Choreografin selbst für einen Außenstehenden gut nachvollziehen, auch wenn man zum Begreifen eigentlich den Originalton bräuchte. Da hätte eine beigelegte CD helfen können. «O-Ton Pina Bausch» nennt sich dennoch der stattliche, auch optisch ansprechende Band, der einige der aufschlussreichsten Interviews vereint. Wobei der Titel nicht ganz der Wahrheit entspricht: Beide Reden, die Pina Bausch 2007 anlässlich des Kyoto-Preises hielt, ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Medien, Seite 62
von Hartmut Regitz
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