Eine Frage des Stils
Katja Schneider, Sie sind Tanzwissenschaftlerin und Dozentin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität in München – und Dramaturgin des Festivals «Dance». Für die 15. Ausgabe haben Sie nun ein internationales und fachübergreifendes Symposium konzipiert und greifen im Titel einen Gedanken der französischen Kollegin Laurence Louppe auf: «Das Rauschen unter der Choreografie. Überlegungen zu ‹Stil›» wird am ersten Festivalwochenende das Aufführungsprogramm mit Lecture Performances, Vorträgen und Diskussionen ergänzen.
Warum haben Sie ausgerechnet ein so schwer fassbares Thema wie Stil ausgesucht?
Bisher war es immer so, dass die Symposien, die das Netzwerk «Access to Dance» veranstaltet, von einem tanzwissenschaftlichen Begriff ausgingen und sich dann interdisziplinär erweiterten. Auf diese Weise wollte man ein großes, auch nichtaka demisches Publikum gewinnen. Beim «Stil»-Konzept verlief es genau andersherum. Ich bin in den letzten Monaten immer wieder über den Begriff «Stil» gestolpert. Zum Beispiel in der Wochenendausgabe der «Süddeutschen Zeitung» mit ihrem relativ neuen Buch «Stil». Oder ich entdecke Rubriken wie «Finde den richtigen Stil für dein ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Traditionen, Seite 52
von Eva-Elisabeth Fischer
Ja, nein, vielleicht – wer die Höhen und Tiefen der ersten Liebe erlebt, ist definitiv nicht von dieser Welt: Pubertierende Jugendliche hängen ab, irgendwo zwischen Kind- und Erwachsensein, proben den knallharten Aufstand, drehen sich inbrünstig um sich selbst, den Teddy noch auf Standby, falls es mal brenzlig wird. So oder so ähnlich scheint sich das auch Joachim...
«Die Metabolisten - Stoff wechseln»
Auf allen vieren kriechen sie herein – das Krabbeln als eine der ersten Bewegungen, in denen der Körper sich seiner selbst bewusst wird. «Sie», das sind 15 Darsteller, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Moppelige, Gertenschlanke, Runzlige, und huch: ein tanzender Brillenträger. Da lächelt ein Dunkelhäutiger, dort zeigt...
Helena Waldmann weist mit dem Titel ihrer neuen Tanztheaterzirkuskreation «Gute Pässe Schlechte Pässe» auf die lebens- und bewegungsfreiheitsentscheidende Tatsache der Staatsangehörigkeit hin. Diese wird durch den Staat attestiert und per Pass dokumentiert, also von einer unsichtbaren Autorität. Auch in Waldmanns Theater regiert eine unsichtbare Macht. Sie stellt...
