jess curtis...
Fast klingt es wie die Geschichte einer Obsession: die Suche nach Symmetrie. Bei ihm begann sie vor fünf Jahren inmitten des üblichen Trubels um physische Verausgabung in Luftnummern und am Boden sinnlicher Tatsachen. Keine Berührungsangst vor dem Unbekannten, keine Furcht vor Entblößung sollte die Sicht versperren.
Jess Curtis nummeriert seine Studien bis «#22», zelebriert sie in vielerlei Variationen und «re:Presentations»: auf Schiffen, in Galerien, Theatern, Universitäten, in einem Pumpwerk, auf Video, solo und zu zweit, als Gruppe, Massenphänomen oder verbannt in eine riesige, mit Wasser gefüllten Glasröhre. Letzteres ein amphibischer Tauchvorgang, der Monate an Übung und Überwindung von Angst verlangte.
«The Symmetry Project» von Jess Curtis und Maria Francesca Scaroni – zusammen mit dem Kontrabassisten und Komponisten Klaus Janek – ist die wohl beharrlichste Langzeitstudie der flüchtigsten aller Künste; schon 50-mal gestreut wurde von San Francisco quer über den großen Teich bis nach Budapest, Kopenhagen und Berlin, der Zweitheimat der beiden durch die fixe Idee zusammengeschmiedeten Tänzerforscher. Auch die Trennung als Paar kann die Performer und Ko-Autoren nicht davon ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 48
von Irene Sieben
Die Hände zur Faust geballt stecken tief in den Jackentaschen, im Schatten der Kapuze verbirgt sich das Gesicht. Angst, der etwas Bedrohliches anhaftet, ist deutlich spürbar. Wie gehetzt die Figuren in Helge Letonjas jüngster Produktion «The Bog Forest» auch durch das Dunkel der Bühne der Bremer Schwankhalle huschen, wie gequält sie sich krümmen und am Boden...
Ein Star ist sie sowieso, in doppelter Hinsicht: Als Sängerin und als ein Stern, der 1982 nach seiner Entdeckung «3772 Piaf» benannt wurde. Dass Édith Piaf «ihren Körper verlassen hat und auf ewig in diesem Asteroiden über uns ist», gefällt Mauro Bigonzetti. So inszeniert der Erfolgschoreograf aus Italien sein Ballett, als wäre «La Môme Piaf» eine Seelenverwandte...
Vor sieben Jahren begann Emanuel Gats Stern über Europa zu leuchten. Für «Le sacre du printemps» verwandelte der Israeli seine Interpreten in Salseros. Dann folgte eine bemerkenswerte «Winterreise». In diesen Anfangserfolgen war der Tod ein ständiger Begleiter. Gat konnte da noch so sehr beteuern, dass auch in Israel ganz normale Stücke entstehen können, es war...
