Emil Hrvatin
Die Kollaboration mit dem deutschen Feind steckt noch drin in der slowenischen Seele. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Zeit der sozialistischen Kollektive in Jugoslawien. Heute, nach knapp eintausend Jahren gefühlter Besatzung, bricht in Slovenija die Zeit der Kooperation an. Kooperation verlangt, dass hinreichend viele die gleichen Spiele spielen, nach den Regeln des Kapitalismus. «Ohne einen normativen Konsensus solcher Regeln fällt eine Gesellschaft in Bürgerkriegsparteien auseinander». Das schrieb Julian Nida-Rümelin, der deutsche Ex-Kulturstaatsminister.
Emil Hrvatin lächelt. Die deutsche Angst vor dem Versagen von Regeln amüsiert ihn. Sein kleines Slovenija ist dem Bürgerkrieg entkommen, nicht weil es Regeln befolgte, sondern weil es Kunst im Schilde führte. Die Bewegung hieß Neue Slowenische Kunst, als der Kommunismus auseinander brach. Aktionen von Musikern, Choreografen und Malern brachen unter dem gemeinsamen Label NSK mit dem Faschismus und dem Kommunismus. Am berühmtesten wurde die Band Laibach. Sie und andere ließen die Symbole der beiden Politformen des 20. Jahrhunderts solang aufeinander prallen, bis sie unter Jubel und Kritik zerfielen. Man duckte sich nicht, ...
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By inviting the Swedish director Linus Tunström to create “Dödsbo” (Obituary), Johan Inger gave his ensemble the opportunity to work in a theatrical form close to the Cullberg/Ek tradition. In his own work, “Som om” (As If), Inger continues on a larger scale what he began in the last part of “Tripp,” loosening up the choreography and inviting the dancers to draw...
Dem deutschen Außenminister wird die Hölle heiß gemacht. Er votierte in einem Erlass «In dubio pro libertate» – im Zweifel für die (Reise-)Freiheit. Er verhielt sich nach genau dem juristischen Garanten «Im Zweifel für den Angeklagten», der ein Rechtssystem von einem Unrechtssystem unterscheidet. Was hat er also falsch gemacht? Er habe die Mauern des...
Am Mut fehlt es Carlos Matos nicht. Im Gegensatz zum Feigling «Hamlet». Der portugiesische Choreograf, im dritten Erfolgsjahr am Stadttheater Hildesheim, wagte einen Tanzessay nach Shakespeares Drama und scheiterte auf halbem Weg, wie andere vor ihm. Er konzentriert sich auf zentrale Motive und Beziehungen, reduziert die vielschichtige politische Tragödie auf die...
