Die Hoffnungsträger

Kat Válastur

Tanz - Logo

Ihre Stücke entfalten einen hypnotischen Sog. Dabei sind es dunkle, geheimnisvolle Welten, die diese Choreografin entwirft. Gedankliche Tiefe und konzeptuelle Strenge gehen immer einher mit einer hinreißenden Sinnlichkeit. Bei ihren bildstarken Arbeiten fällt die Affinität zur Bildenden Kunst sofort ins Auge. Wie sie die Körper im Raum arrangiert, hat skulpturale Raffinesse. Bei aller Reduktion der Bewegung verraten ihre Choreografien eine hohe Sensibilität.



Einen Namen hat sich die gebürtige Griechin mit dem choreografischen Zyklus «Oh! Deep Sea – Corpus I – IV» (2009 – 2012) gemacht, inspiriert von Homers «Odyssee». Sie nähert sich dem berühmten Epos nicht narrativ, sondern interpretiert die Odyssee abstrakt als Irrfahrt eines Körpers durch Raum und Zeit.

2014 beginnt Kat Válastur mit der Trilogie «The marginal Sculptures of NEWtopia» ein Nachdenken über Gesellschaft. In ihrem Solo «Gland» schieben sich realer und virtueller Raum ineinander – und Válastur mutet bisweilen an wie eine Superheldin mit übernatürlichen Kräften. Das faszinierende Gruppenstück «Ah! Oh! A contemporary Ritual» handelt von der Sehnsucht nach neuen Ritualen. Válastur greift zurück auf die archaische Figur des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 174
von Sandra Luzina

Weitere Beiträge
Die Hoffnungsträger

Ihn einen Anfänger zu nennen, ist nicht mehr richtig – zumindest, was seine russische Heimat betrifft. Dort gilt er bereits seit Langem als vielversprechender Tänzer und hochtalentierter Choreograf. 2010 hat er in Moskau für Aufsehen gesorgt, als er die «Goldene Maske» als bester Tänzer für seine Darstellung des Mercutio in einer neoklassischen Version von «Romeo...

Die Hoffnungsträger

platzt förmlich vor Energie, wenn er mit dem New York City Ballet auf der Bühne tanzt, egal ob in Balletten von George Balanchine, Peter Martins, Alexei Ratmansky oder Justin Peck. Mit seiner naturgegebenen Spannkraft, seinem biegsamen Torso und einem beachtlichen Gespür fürs richtige Atmen veredelt er die Architektur und Expressivität jeder Choreografie. Weitet...

Choreograf des Jahres

Einen «Schwanensee» von ihm hätte jedes Theater mit Kusshand genommen. Das Ballett Zürich hat ihn gekriegt: aus schriftlichen Quellen minutiös rekonstruiert und dennoch ganz und gar heutig. Derzeit bringt kein anderer Choreograf diese Zaubermischung zustande

Es ist weit nach 20 Uhr, als Alexei Ratmansky zu unserem verabredeten Gespräch in der Kantine des Opernhauses...