and the winners are
Dürfen es zwanzig Minuten sein, fünfzehn, acht oder nur vier? Wer zum Wettbewerb fährt und um Preisgelder buhlt, muss sich einem strikten Format unterwerfen. Die Gelegenheiten dazu häufen sich. Die Frage ist nur: Ist das gut oder schlecht? Die bepreisten Kompanien oder Tänzer, und somit der Tanz insgesamt, mögen dadurch etwas Aufmerksamkeit erzielen. Und: Wo bewertet wird, muss auch ein Wert drin stecken. So glauben wir es, und die Medien verkünden innere Wahrheiten gern durch Zahlen.
Was vergleichen wir eigentlich?
Sechs Jahre «no ballet» in Ludwigshafen, zehn Ausgaben von «Das beste deutsche Tanzsolo» bei der «euro-scene Leipzig». Das Théâtre de la Ville in Paris bereitet zusammen mit Boris Charmatz die zweite Ausgabe von «Danse élargie» vor. Das Maison de la Danse in Lyon richtete soeben die dritte Ausgabe von «(re)connaissance» aus. Allesamt Wettbewerbe des zeitgenössischen Tanzes. Ausgerechnet, vertrat er doch mal ganz andere Ideale, darunter das Recht, im Miteinander anstatt im Gegeneinander und in grenzenloser kreativer Freiheit zu agieren. Zumal es im zeitgenössischen Tanz kein standardisiertes Vokabular geben sollte. Im Ballett oder im Hip-Hop lassen sich weit eher ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: praxis, Seite 66
von Thomas Hahn
«Als Solotänzerin habe ich letzten Juli eine Nichtverlängerung bekommen. Ich bin der Auffassung, dass das nicht geht, denn mit Ende der Spielzeit 2010/11 war ich 15 Jahre ununterbrochen an diesem Theater tätig. Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass die Gründe, die mir der Intendant für die Nichtverlängerungsmitteilung bei der Anhörung genannt hat,...
Hier triumphiert der Wow-Faktor: Nach dem inszenierten Warten im «Logic Gate», das wie am Flughafen die Wartenden kanalisiert, doch sie, statt an einen Check-in-Schalter zu führen, zentrumslos, dafür akustisch beschallt, auf sich selbst zurückwirft, und nach ausgiebigem Schlangestehen im Freien strömen wir zügig in die große Halle – und da steht es: das raum-lange...
Eine Gewissheit verbindet die inhaltlich oft gar nicht übereinstimmenden Tanzwissenschaftler, Tanzkritiker, Kuratoren, Politiker, bisweilen auch die Choreografen: Der Tanz ist die flüchtigste aller Künste. Diese Behauptung liest und hört man mit schöner Regelmäßigkeit; sie wird wie ein Mantra wiederholt, wenn in Rezensionen, Essays oder Sonntagsreden der Tanz mit...
