austausch
Mario Schröder, Sie haben nach Ihrem Amtsantritt als Leipziger Ballettchef 2010 auch die Reihe «Tanz in den Häusern der Stadt» ins Leben gerufen. Sehr erfolgreich, weil Sie dem Publikum gleichsam auf die Pelle rücken. Ballett hautnah, wenn man so will. Im Rahmen der Projektreihe bespielen Sie nun ausgesuchte Orte außerhalb des Theaters. Es gibt sicher mehrere Gründe, weswegen Sie diese Aktion initiiert haben. Aber kommen Sie Ihren Zuschauern dabei wirklich näher als im Theater? Ich war immer jemand, der versucht hat, Ballett zu kommunizieren.
Das funktioniert, indem man einerseits begreiflich macht, was das eigentlich ist, und andererseits versucht, eine Auseinandersetzung darüber in Gang zu setzen. Schließlich erschöpft sich die Arbeit eines Ensembles nicht in einem Endprodukt, das man zur Bewertung auf der Bühne vorstellt. Da gibt es noch ganz anderes.
Zum Beispiel? Den Raum. So wie wir durch ihn beeinflusst werden, können wir ihn beeinflussen, indem wir ihn nicht nur brechen, vermitteln oder eins zu eins wiedergeben in seiner Funktion, sondern ihn mit Inhalten füllen, die wir mitbringen aus unserer Kultur. Die jeder einzelne Tänzer mitbringt aus seiner Kultur. Mir war und ist ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 60
von Hartmut Regitz
hat – unter anderem – an der London Contemporary Dance School studiert. Er könnte demnach richtig und schön tanzen. Oder tanzen lassen. Lieber vertraut er aber auf die Imagination, und zwar die der Zuschauer. Die haben ja ohnehin immer schon alles gesehen, behaupten sie jedenfalls. Sollen sie sich doch ihren eigenen Tanz im Kopf ausmalen. Und wie Achour in...
Ein Lob auf die Einwanderung. Ein Lob auf diesen reichen Quell an Themen, den die Kriege, die Armut, die Gewalt zu uns tragen. Wir dürfen nun all diejenigen verehren, die es trotz Frontex und Triton hierher geschafft haben. Zwar formuliert die türkische Tänzerin Ceren Oran in München es lieber so: «Man bleibt trotzdem heimatlos, allein schon wegen der Bürokratie...
Zum ersten Mal sah ich Vanesa Aibar 2012 in Madrid bei der 21. Spanish Dance and Flamenco Choreography Competition in ihrem Solo «Era Silencio» tanzen. Alljährlich scheint es bei diesem Wettbewerb ein oder zwei Teilnehmer zu geben, die die restlichen Kandidaten überstrahlen. Diesmal war das in meinen Augen ganz klar: Vanesa Aibar. Und zwar nicht nur wegen ihrer...
