bilderbuch-ballerina: Tamara Karsawina

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Eine einfache tanzhistorische Formel lautet: «Diaghilew + Nijinsky = Ballets Russes». Beim Blättern in Andrew R. Fosters Bildband wird derlei Erinnerungsspuk indes sofort ausgetrieben. Dass die 1885 in Petersburg geborene Ballerina zu Sergei Diaghilews Höhenflug nicht weniger beigetragen hat als ihr legendärer Kollege, belegt Foster auf knapp 250 Seiten mit herrlichen, ebenso kompetent wie kurzweilig kommentierten Illustrationen.

Kein Verlag stand hinter dem Publikationsprojekt, was das großformatige Ergebnis umso er­staunlicher macht: Der britische Autor, der die weltweit größte Sammlung von Karsawina-Fotos sein eigen nennt, hat in archivalischer Kleinarbeit das Porträt einer Tänzerin zusammengesetzt, die auf wie hinter der Bühne durch jede Menge Höhen und Tiefen ging.

Das Buch dokumentiert Karsawinas steile Karriere bis zur Emigration 1918, zeigt aber auch eine Frau, die sich coram publico aus dem Babyspeck schälte und zur einzigartigen «Muse der Melancholie» wurde – mit ebenso eminenter Begabung fürs kapriziöse Fach. Reagierten die St. Petersburger Kritiker zunächst reserviert, so tanzte Karsawina sich so überzeugend frei, dass selbst ihr ärgster Widersacher Walerian Swetlow ...

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Tanz Dezember 2010
Rubrik: medien, Seite 58
von Dorion Weickmann

Vergriffen
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