tel aviv: Christina Ciupke, Anna Till: «undo, redo and repeat»

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Wie kann historisches Tanzwissen als Aufführungsmaterial funktionieren? Lässt sich seine unbeständige, weil im Körperlichen wurzelnde historische Quelle überhaupt richtig erschließen? Die Produktion «undo, redo and repeat» von Christina Ciupke und Anna Till geht mit diesen Fragen zum Thema Tanzerbe um. Schon der Titel der in den Berliner Sophiensälen uraufgeführten Performance zeigt an, dass für beide Choreografinnen Fragen der Reaktivierung und Wiederholung von historischem Tanzwissen zentrales Thema ihrer Arbeit ist.

Die Produktion verwandelt die Tatsache, dass ein Tanzerbe ohne Zeitzeugen nicht zu haben ist, in eine fulminante choreografische Reflexion über die Aneignung dieses Wissens. Die Choreografinnen haben Zeitzeugen interviewt und während einer gemeinsamen Probenphase deren Körperwissen und Erinnerungen an fünf ästhetische Positionen deutscher Tanzgeschichte zusammengetragen. Irene Sieben vermittelte bewegungstechnische Prinzipien von Mary Wigman. Reinhild Hoffmann lehrte Ciupke und Till ihr Solo «Vor Ort» (1997) und damit auch die Tradition von Kurt Jooss, in der sie groß wurde. Martin Nachbar erzählte von seiner Rekonstruktions-Arbeit an Dore Hoyers «Affectos Humanos». ...

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Tanz Dezember 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 46
von Sabine Huschka

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