bayerisches Staatsballett «mein ravel»
Das Interesse des Münchner Opernintendanten Nikolaus Bachler am Tanz ließe sich leicht daran bemessen, dass er bisher noch keine einzige Ballettpremiere besucht hat. Auch wurde auf seinen Wunsch der Vertrag des Generalmusikdirektors Kent Nagano nicht verlängert. Beide Tatsachen zusammengenommen rechtfertigen doppelt, dass er dem Abend «Mein Ravel» im Münchner Nationaltheater ebenfalls fernblieb.
So versäumte er zwei neue Choreografien von Jörg Mannes und Terence Kohler und darüber hinaus das bemerkenswerte Ereignis, dass erstmals nach 50 Jahren ein Münchner Generalmusikdirektor ein Ballettprogramm dirigiert.
Nagano dirigierte Maurice Ravels Musik mit gewohnt analytischem Zugriff. Vor der Pause, zum Ballett «Wohin er auch blickt …» von Jörg Mannes, rahmen «Une barque sur l’océan» und die «Pavane pour une infante défunte» das mächtige «Klavierkonzert D-Dur», das Ravel 1929 für den Pianis-ten Paul Wittgenstein schrieb, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm gelassen hatte. Momo Kodama, die Pianistin des Abends, hat, ihrer Zierlichkeit zum Trotz, die Pranke und den Zugriff, den das Werk verlangt. Sie hieb einem regelrecht den Krieg in die Gehörgänge, ein Motiv, das Mannes ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2011
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Eva-Elisabeth Fischer
«Das Zeitalter der Ichlinge geht zu Ende», prophezeit Horst Opaschowski in der Wertewandel-Studie der Stiftung für Zukunftsfragen. Der Grund: «Die Krisenerfahrung verändert die Werteskala der Menschen – das Ich braucht das Wir. Die Sehnsucht nach Halt, nach sozialer Geborgenheit und menschlicher Wärme wächst.»
Mag sein. Doch bevor das Wir wirklich Wert hat, muss...
Lange Zeit war «Dances at a Gathering» ein fast mystisches Ballett – kaum gesehen und viel besungen. Zu seinen Lebzeiten gestand Jerome Robbins kaum einer Handvoll auserwählter Kompanien das Recht zu, dieses Werk zu tanzen, akzeptierte nur die besten Solisten und ließ sie bis zum Exzess proben. Aber wo immer man über das Ballett las, da knieten die großen Kritiker...
Ist das höchste Lob gut genug? Für Peter Weibel ist rosalie eine «Jackson Pollock des Lichts», «weil sie das Wesen des Lichts versteht und daher den Bildraum ausdehnt in einen Farbraum zwischen Bild und Skulptur, in eine visuelle Musik, in eine Zeitskulptur». Der Günder des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medientechnologie bezieht sich auf «Helios», eine...
