Zwischen großer Oper und Komödienstadel

Drei Neuaufnahmen zeigen Versuche, einen Stil für Georg Philipp Telemann zu finden

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Sie schleppt sich dahin, die Wiederent­deckung des Opernkomponisten Georg Philipp Telemann. Zwar steht immer wieder eines seiner Bühnenwerke auf dem Spielplan eines deutschen Opernhauses, doch belegen diese Aufführungen meist vor allem Unentschlossenheit – zwischen den Polen hausgemachten Ensembletheaters und his­torisierendem Spezialistentum hat sich bislang noch kein echter Telemann-Stil entwickelt. Das liegt natürlich auch an den Werken selbst.

Weil Telemann für sein bürgerliches Hamburger Publikum nicht nur hoch und niedrig, ernst und komisch, sondern auch die verschiedensten Stile seiner Zeit durcheinanderwürfelte, verlangt er von seinen Interpreten auch ganz andere Grundentscheidungen als beispielsweise Händel: Soll man die Werke nun als Unterhaltungsstücke mit leichtgewichtigen musikalischen Beigaben spielen oder ihnen durch Betonung der Versatzstücke der großen französischen und italienischen Oper mehr Tiefgang verleihen?

In seiner Aufnahme des «Orpheus», der bislang gelungensten Einspielung einer Telemann-Oper überhaupt, entschied sich René Jacobs für Letzteres: Mit größtmöglicher Farbigkeit in Orchester und Continuo, affektstarker Phrasierung und echten Opernstimmen wie ...

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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 25
von Jörg Königsdorf

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